Chaos in Europas Süden

Rekord-Schnee: Panzer befreien Autofahrer

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Schnee, wohin das Auge blickt. Dieses Foto entstand in Österreich.

Wien - Südlich der Alpen schneit es wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In Serbien rücken Panzer aus, um eingeschneiten Autofahrern zu helfen. In Österreich geht vielerorts nichts mehr.

Panzer und Hubschrauber haben bei der Befreiung von 400 Menschen aus meterhohen Schneewehen geholfen. Die Geretteten hatten bis zu 16 Stunden in ihren eingeschneiten Fahrzeugen festgesessen, wie das Innenministerium in Belgrad am Samstag mitteilte. Trotz aller Rettungsversuche seien am Nachmittag immer noch Menschen in acht größeren und vier kleineren Kolonnen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen, beschrieb der stellvertretende Regierungschef Aleksandar Vucic die Lage.

„Wir haben Schneeverwehungen von fünf, sechs Metern, wie sie seit 50 Jahren nicht vorgekommen sind“, sagte Vucic bei einem Besuch der Rettungskräfte. Der Schwerpunkt der Helfer liege bei den Gemeinden Subotica und Feketic nördlich der Stadt Novi Sad. Polizei und Soldaten sperrten einige wichtige Transitrouten, um weitere Autos von einer Fahrt in diese Region abzuhalten. Der ungewöhnlich stürmische Kosava-Wind ist nach Auskunft der Meteorologen für die extremen Schneeberge verantwortlich.

Schwierig blieb die Lage auch im tief verschneiten Süden Österreichs. Nach Angaben der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sollte die Schneedecke in Osttirol und Oberkärnten bis zum Sonntag nochmals um bis 50 Zentimeter anwachsen, in den Karnischen Alpen sogar um knapp einen Meter. So viel Schnee innerhalb von nur zwei Tagen falle in dem Alpenland höchstens alle 75 bis 100 Jahre, erklärte die ZAMG.

Im Tiroler Zillertal kam ein 39-Jähriger in einer Lawine ums Leben. Im Salzburger Großarltal wurden zwei Mitglieder einer vierköpfigen Wandergruppe bei einem Lawinenabgang verschüttet und schwer verletzt.

Während Teile der Alpen im Schnee versinken, zeigt sich der Winter in Deutschland überwiegend von seiner milden Seite. Am Sonntag und in der Nacht zuvor sollten nur am Alpenrand und im Südosten fünf bis zehn Zentimeter Schnee fallen, sagte Meteorologe Andreas Würtz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Samstag in Offenbach. Ansonsten kletterten die Temperaturen auf zwei bis sieben Grad. Auch aus dem Norden und Osten werde die kalte Luft verdrängt.

In der nächsten Woche werde es weiter deutlich mild bleiben, sagte Würtz. Der winterlichste Teil seiner Vorhersage bezieht sich auf leichten Bodenfrost in den Nächten. In der Mitte der nächsten Woche wird es dann im Westen Deutschlands regnen. „Ein wirklicher Wintereinbruch ist jedoch nicht in Sicht“, sagte der DWD-Experte.

DWD-Wetterexperte Würtz sagte, Grund für die starken Schneefälle sei abseits vom deutschen Wettergeschehen das Tief Mayla über dem Mittelmeer westlich von Italien. Es schaufele ununterbrochen feuchte Luftmassen gegen die Alpen und produziere damit Neuschnee von bis zu einem halben Meter in 24 Stunden. In Italien hatte es in der Folge vielfach Überschwemmungen gegeben.

dpa

Schneemassen in Österreich: Bilder

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