Fußwaschung für Behinderte

Papst verfolgt Kreuzweg am Kolosseum

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Papst Franziskus bei seiner Ankunft.

Rom - Mit dem traditionellen Kreuzweg am Kolosseum und einer Fußwaschung für zwölf Behinderte hat Papst Franziskus sein zweites Osterfest als Pontifex begonnen.

Der traditionelle Kreuzweg mit dem Papst ist ein Höhepunkt zum Ende der Karwoche. In 14 Stationen wird an das Leiden Christi erinnert. Schon zuvor setzte Franziskus Akzente und wusch Behinderten die Füße.

Gemeinsam mit Tausenden Gläubigen verfolgte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Karfreitag in Rom den Kreuzweg am Kolosseum. An 14 Stationen wurde mit Texten des Bischofs und Mafia-Kritikers Giancarlo Bregantini an das Leiden und Sterben Christi erinnert. In den Texten ging es unter anderem um aktuelle Probleme wie die Wirtschaftskrise. Franziskus verfolgte die Zeremonie still und mit nachdenklichem Gesichtsausdruck.

Das Kreuz wird auf den 14 Stationen der Zeremonie traditionell weitergegeben. In diesem Jahr trugen es unter anderem Migranten, Obdachlose, Gefängnisinsassen und ein Kardinal. Die abendliche Feier am Wahrzeichen Roms gilt als besonders ergreifend - Tausende Gläubige, Pilger und Touristen nehmen jedes Jahr im Schein von Fackeln daran teil.

Zuvor leitete der Papst vor Hunderten Gläubigen im Petersdom die traditionelle Liturgie. Bilder zeigten ihn im Gebet flach auf dem Boden liegend.

Der Kreuzweg markiert einen Höhepunkt zum Ende der Karwoche. Zuvor hatte Franziskus am Gründonnerstag bei einer Messe in einem Therapiezentrum zwölf Behinderten im Alter von 16 bis 86 Jahren - darunter einem Muslim aus Libyen - die Füße gewaschen und sie geküsst. Mit dieser traditionellen Geste wird an Jesu beim letzten Abendmahl erinnert.

„Wir müssen einander dienen“, sagte der Pontifex in seiner kurzen Predigt. Diener in Liebe zu sein sei ein Erbe Jesu, jeder solle in seinem Herzen an die anderen denken.

Während seine Vorgänger traditionell Priestern die Füße gereinigt hatten, vollzog Franziskus diese Demutsgeste im vergangenen Jahr bei jungen Gefängnisinsassen. Dieses Mal hatte er sich das Zentrum einer katholischen Stiftung ausgesucht, wo er herzlich empfangen wurde.

Zuvor hatte Franziskus am Donnerstagmorgen die traditionelle Chrisam-Messe im Petersdom gefeiert. Dabei verlangte er von seinen Priestern eine „immer neue Treue gegenüber der einzigen Braut, der Kirche“. Der Pontifex verwies auf die Freude des Priesters, „sie (die Kirche) als seine auserwählte und einzige Geliebte zu behandeln und ihr immer nur treu zu sein“.

dpa

Zehntausende beten Kreuzweg: Bilder

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