Prinz von Sachsen: Ostdeutsche sind undankbar

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Alexander Prinz von Sachsen.

Hamburg/Dresden - Undankbar und schlechtes Benehmen: Der neue Chef des früheren sächsischen Herrscherhauses Wettin, Alexander Prinz von Sachsen (59), hat keine gute Meinung von den Menschen in Ostdeutschland.

Ihnen fehle es an gutem Benehmen, an Sprachkenntnissen und auch an Dankbarkeit für die Hilfe nach der Wende, sagte der Adelige in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Was die Etikette betrifft, könnten die Ostdeutschen einiges dazulernen“, kritisierte Prinz von Sachsen. „Vielleicht erklärt sich diese ruppige und unfreundliche Umgangsart aus dem jahrzehntelangen Eingesperrtsein hinter Grenzen.“

Der „liebevolle Aufbaugeist der Nachwendejahre“ sei verschwunden. Auch die Politik stelle nur noch Ansprüche. „Da gibt es eine gewisse Überheblichkeit und den Glauben, man wisse selbst alles am besten.“ Die Menschen bekämen keine Kinder mehr, außerdem herrsche eine gedrückte Stimmung. „Ich glaube, man müsste stolz sein auf das Erreichte - stattdessen laufen viele Menschen so missmutig herum, als litten sie darunter, dass die DDR nicht mehr existiert.“

Der bisherige Chef der Wettiner, Maria Emanuel Markgraf von Meissen Herzog zu Sachsen, war am Montag im Alter von 86 Jahren in der Schweiz gestorben. Er war der Enkel des letzten sächsischen Königs. Prinz Alexander, der in Mexiko lebt, sagte der „Zeit“, er stehe einer Rückkehr nach Sachsen offen gegenüber. Er war dort einst unter anderem Ansiedlungsbeauftragter des Wirtschaftsministeriums.

dpa

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