In Melbourne

Rauchverbot löst Gefängnisrevolte aus

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Einsatzkräfte vor dem Gefängnis Ravenhall in Melbourne.

Sydney - Ein Rauchverbot in Gefängnissen hat in Australien eine Gefangenenrevolte ausgelöst. Eine Protestaktion von Insassen artete am Dienstag derart aus, dass die Verwaltung das Personal abzog.

Mehr als 300 Häftlinge des Gefängnisses Ravenhall in Melbourne randalierten gegen das von Mittwoch an geltende Verbot, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Als Vorsichtsmaßnahme wurden rund 200 Gefängniswärter abgezogen. Niemand sei aus dem Gebäude entkommen, teilte die Gefängnisbehörde mit.

Die Revolte dauerte am Abend (Ortszeit) noch an. „Wir haben die Situation unter Kontrolle“, sagte die Chefin der Gefängnisbehörde, Jan Shuard, zu Reportern. Es werde noch untersucht, wie es zu den Ausschreitungen habe kommen können. In der Nähe des Gefängnisses zog schwer bewaffnete Polizei auf. Sie stürmte das Gebäude aber zunächst nicht.

Fernsehbilder aus einem Hubschrauber zeigten Gefangene mit Masken und Schlagstöcken. Sie sollen Türen eingetreten und Zäune zwischen verschiedenen Gefängnistrakten eingerissen haben, die rivalisierende Gangs auseinanderhalten sollen.

Vom 1. Juli an gilt in allen Gefängnissen im Bundesstaat Victoria Rauchverbot. Insassen haben seit Monaten dagegen protestiert. Nach Regierungsstatistiken rauchen 85 Prozent aller Gefangenen. 20 Prozent hätten in jüngster Zeit an Entwöhnungskursen teilgenommen. Vor zwei Wochen wurde der Verkauf von Zigaretten eingestellt. Seitdem steige die Aggressivität, wie Wärter im Fernsehen berichteten.

dpa

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