"Ich dachte, er wäre mongolischer Poet"

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Marcel Reich-Ranicki (Archivfoto)

Frankfurt/Main - Marcel Reich-Ranicki hat die die Zuerkennung des Literaturnobelpreises an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa als “sehr erfreulich“ gelobt.

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Der 90-jährige Literaturkritiker sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd, er schätze Llosa “ohne Zweifel“ und habe mit ihm aufschlussreiche Gespräche geführt. Ihn mit Gustave Flaubert zu vergleichen, sei “ein bisschen zu viel des Guten“, sagte Reich-Ranicki. Eher sei Llosa in der Nähe von William Faulkner zu sehen. Der Peruaner sei ein “sehr guter Realist“ und “sehr unterhaltsamer Schriftsteller“, der sehr viele Leser gefunden habe, lobte der “Literaturpapst“. Die Mitteilung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm habe ihn “vollkommen überrascht“, sagte Reich-Ranicki weiter. “Ich habe gedacht, es wäre ein vollkommen unbekannter mongolischer Poet.“ Generell kritisierte der 90-Jährige, die meisten Entscheidungen über den Literaturnobelpreis seien in den letzten zehn Jahren ziemlich unseriös gewesen. Darüber sei er “tief enttäuscht“.

dapd

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