Riesen-Run auf umstrittenes PC-Spiel

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Ist das PC-Spiel "1378" gewaltverherrlichend?

Karlsruhe - Der hohe Ansturm auf das umstrittene Computerspiel “1378 (Kilometer)“ hat nach der Veröffentlichung am Freitagabend zu einer zeitweisen Überlastung der Server geführt.

Aufgrund der hohen Auslastung sei es schwer gewesen, auf die Gameserver zuzugreifen, erklärte Entwickler Jens M. Stober am Samstag auf der “1378 (Kilometer)“-Homepage. Es wurden mehrere neue Spiegelseiten zum Download eingerichtet, damit Interessierte das Gratisspiel herunterladen konnten.

“1378 (Kilometer)“ spielt im Jahr 1976, als es noch die DDR und die rund 1.378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze mit Patrouillen und Selbstschussanlagen gab. Die Spieler teilen sich vor Spielbeginn in zwei Teams auf. Sie können wählen, ob sie lieber Republikflüchtlinge oder Grenzsoldaten spielen wollen. Die Flüchtenden müssen Sperrzäune, Panzersperranlagen und einen weiteren Stacheldrahtzaun mit Selbstschussanlagen überwinden, um aus der DDR in den Westen zu fliehen. Die Grenzsoldaten sollen die Flüchtlinge stoppen - mit oder ohne Waffengewalt. Wer zu viele Flüchtlinge abschießt, wird zuerst mit einem Orden ausgezeichnet, findet sich dann aber im Jahr 2000 auf der Anklagebank eines Mauerschützenprozesses wieder. Die Soldaten können aber auch selbst versuchen, aus der DDR zu fliehen.

Das Spiel, das der Student Jens M. Stober an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe entwickelt hat, stieß im Vorfeld auf heftige Kritik. Opferverbände wie die Vereinigung der Opfer des Stalinismus und Historiker reagierten entsetzt. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, ob das Computerspiel gewaltverherrlichend ist.

dapd

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