Sarkozy fordert Hilfe für Pakistan

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Nicolas Sakozy fordert umfassende europäische Hilfe für Flutopfer.

Sukkur/Pakistan - Im Katasstrophengebiet drohen neue Überschwemmungen. Überlebende protestieren gegen unzureichende Hilfe. Nun meldet sich Sarkozy zu Wort.

Im pakistanischen Katastrophengebiet drohen in dieser Woche weitere Überschwemmungen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte angesichts der Flutkatastrophe eine europäische Eingreifmission. Frankreich sei bereit, die logistischen Mittel seiner Streitkräfte zu mobilisieren, um im Rahmen der NATO mit Flugzeugen und Schiffen Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete zu bringen, schrieb er in einem vom Elysée-Palast veröffentlichten Brief an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso . Aus derartigen Naturkatastrophen müsse man auch für die Zukunft Konsequenzen ziehen, schrieb Sarkozy weiter.

Damit Europa angemessen reagieren könne, sollten alle Mitgliedstaaten nationale Mittel bereitstellen. Frankreich werde in Kürze entsprechende Vorschläge machen. Am Montag regnete es wieder, während Hunderttausende Flutopfer in provisorischen Zelten ausharrten. Der zuständige Minister in der Provinz Sindh, Jaim Saifullah Dharejo, erklärte, der Damm im Bezirk Sukkur sei großen Belastungen ausgesetzt. “Die kommenden vier bis fünf Tage sind entscheidend“, sagte er. Dort verstärkt sich der Unmut der Überlebenden. So blockierten am Montag einige Hundert Menschen eine Schnellstraße in dem besonders betroffenen Gebiet Sukkur. Sie beklagten, dass sie wie Tiere behandelt würden und Regierungsvertreter nur Lebensmittel verteilen würden, wenn Medien dabei seien. “Sie schmeißen Lebensmittelpakete auf uns, als wenn wir Hunde wären“, sagte der Demonstrant Kalu Mangiani. 

"Überall ist Wasser"

Am Wochenende traf die Flut eine arme Region an der Grenze zwischen den Provinzen Sindh und Baluchistan. Die zweieinhalb Meter hohen Wassermassen hätten 25.000 Familien obdachlos gemacht, sagte ein Regierungsvertreter im Bezirk Nasirabad. Etwa 4.000 Dörfer seien entweder abgeschnitten oder überflutet worden. “Überall ist Wasser“, sagte Bazai. Bisher wurden rund 20 Millionen Menschen in Pakistan obdachlos. 160.000 Quadratkilometer, rund ein Fünftel des Landes, sind betroffen. Am Sonntag besuchte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon das Katastrophengebiet und forderte schnellere Hilfe für die Opfer. Die Vereinten Nationen haben zunächst um Finanzhilfen in Höhe von 460 Millionen Dollar gebeten, davon gingen bisher 60 Prozent ein. Für den Wiederaufbau nach den Überschwemmungen sind nach Einschätzung der UN mehrere Milliarden Dollar nötig.

dpa

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