Schweres Unglück auf Jangtse-Strom

Schiff in China gesunken: Hunderte Passagiere vermisst

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Der Jangtse-Strom in China.

Hunderte werden nach eínem Schiffsunglück vermisst. Zwölf Stunden nach dem Unglück war erst eine Leiche geborgen. Unter den wenigen Geretteten war der Kapitän. Er gibt an, ein Wirbelsturm habe das Schiff kentern lassen.

Hunderte werden nach eínem Schiffsunglück vermisst. Zwölf Stunden nach dem Unglück war erst eine Leiche geborgen. Unter den wenigen Geretteten war der Kapitän. Er gibt an, ein Wirbelsturm habe das Schiff kentern lassen.

Jianli (dpa) - Bei schlechtem Wetter ist ein Passagierschiff mit mehr als 450 Menschen an Bord auf dem Jangtse-Strom in Zentralchina gesunken. Der gerettete Kapitän gab an, Ursache sei ein plötzlicher Wirbelsturm gewesen. Das Schiff mit chinesischen Touristen sei „innerhalb von ein oder zwei Minuten“ gesunken, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Zahl der Opfer war unklar.

Mehr als 400 Menschen wurden am Dienstagmorgen vermisst. Das Staatsfernsehen berichtete, Taucher seien im Wasser und hätten Klopfzeichen aus dem Rumpf gehört. Zwölf Stunden nach dem Unglück berichtete Xinhua, nur zehn Menschen seien gerettet und erst eine Leiche geborgen worden. Außer dem Kapitän kam auch der Chefingenieur mit dem Leben davon.

Das 76 Meter lange Schiff lag kieloben im Wasser. Schiffsschraube und Ruder schauten halb aus dem Wasser. Hilfskräfte versuchten, mit Schweißbrennern ein Loch in den Rumpf zu schneiden. Die Bergungsarbeiten wurden von starkem Wind und schweren Regenfällen behindert.

Das Schiff „Stern des Orients“ war auf dem Weg von Nanjing in Ostchina in die Metropole Chongqing im Südwesten, als das Unglück noch flussabwärts von dem berühmten Touristenziel der Drei Schluchten im Bereich von Jianli in der Provinz Hubei passierte.

Starker Wind mit Geschwindigkeiten „bis zu 120 Stundenkilometer“ habe das Schiff kentern lassen, schrieb die örtliche Zeitung „Hubei Ribao“ unter Hinweis auf Meteorologen. Doch konnten diese Angaben laut Xinhua „nicht unabhängig bestätigt werden“.

Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte umfassende Bemühungen zur Rettung der Überlebenden. Premier Li Keqiang eilte zum Unglücksort. Das Transportministerium wurde angewiesen, alle notwendigen Kräfte für die Rettungsarbeiten zu mobilisieren.

Mehr als zehn Schiffe seien an dem Einsatz beteiligt, berichtete die Nachrichtenagentur China News Service. Die Wassertiefe betrage an der Stelle rund 15 Meter. Die paramilitärische Polizei der Provinz Hubei schickte mehr als tausend Soldaten, die mit 40 Schlauchbooten bei den Bergungsarbeiten helfen sollen.

Das Staatsfernsehen berichtete, es seien rund 400 chinesische Touristen an Bord gewesen. Viele hatten die mehrtägige Reise über ein Shanghaier Reisebüro gebucht. Verzweifelte Angehörige suchten dort vergeblich nach Informationen. Das Reisebüro war geschlossen. Es hieß, die meisten Passagiere seien zwischen 50 und 80 Jahre alt. Es gab zunächst keine Hinweise, dass Ausländer an Bord gewesen seien.

Unter den 458 Menschen an Bord seien 47 Besatzungsmitglieder und 7 Reisebüromitarbeiter gewesen, berichtete Xinhua. Das 1994 gebaute Schiff habe eine Kapazität von mehr als 500 Personen.

dpa

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