Schiffsunfall in Russland - 15 Deutsche an Bord

Moskau/Köln - Ein Kreuzfahrtschiff mit knapp 300 Menschen an Bord, darunter 15 deutsche Touristen, ist in Russland beim Zusammenstoß mit einem Lastkahn aufgeschlitzt worden.

Verletzte gab es nicht bei dem Unfall auf dem Rybinsker Stausee etwa 300 Kilometer nördlich von Moskau. Das Schiff habe aufgrund eines Lecks seine Fahrt nicht fortsetzen können, teilte der Reiseveranstalter Viking Flusskreuzfahrten in Köln mit. Warum die “Viking Kirov“ in der Nacht zum Mittwoch mit der Barkasse zusammenstieß, die mehr als 4 Tonnen Sand geladen hatte, war zunächst unklar. Die Behörden vermuten, dass Alkohol im Spiel war. “Wir bezweifeln, dass der Kapitän des Lastkahns nüchtern war“, sagte ein Sprecher nach Angaben russischer Medien in Rybinsk. “Das Testergebnis liegt in zehn Tagen vor.“

Außer den Deutschen waren auch 168 amerikanische und britische Urlauber sowie 114 Besatzungsmitglieder an Bord der “Viking Kirov“. Der Unfall ereignete sich etwa zwei Kilometer vom Ufer entfernt, am südlichen Rand des Stausees. Rettungsschiffe brachten die Touristen in die Stadt Rybinsk, wo sie von Ärzten sowie Psychologen betreut wurden und eine Mahlzeit erhielten. Anschließend fuhren die Urlauber mit Bussen nach Moskau. Dort sollten die Touristen wie geplant die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt besichtigen, teilte der Reiseveranstalter mit.

Das Schiff war auf einer 13-tägigen Flussfahrt von St. Petersburg nach Moskau, einer beliebten Urlaubsroute. Die Fahrt führt auch über den mehr als 4500 Quadratkilometer großen Rybinsker Stausee an der Wolga. In der Unfallnacht war die “Viking Kirov“ auf dem Weg von Jaroslawl nach Uglitsch. Der Halt in der malerischen Stadt Uglitsch am historischen “Goldenen Ring“ entfiel wegen des Unfalls. Das Passagierschiff war 1987 in Deutschland gebaut und erst kürzlich renoviert worden.

dpa

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