Trauer um Knut - PETA erhebt schwere Vorwürfe

Berlin - Großer Schock und tiefe Trauer im Berliner Zoo: Knut, der bekannteste Eisbär der Welt, ist tot. Die Tierrechtsorganisation Peta erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen den Tierpark. Jetzt gibt es Video von Knuts dramatischem Todeskampf.

Ein Video zeigt den dramatischen Todeskampf von Knut!

Am Bärengehege im Berliner Zoo weinen Menschen. Sie können es kaum fassen: Knut ist tot. Der beliebte Eisbär galt weltweit als Symbol einer höchst bedrohten Art. Gegen 15.00 Uhr sei das Tier leblos im Wasser des Bärengeheges entdeckt worden. Jede Hilfe kam zu spät, die Todesursache sei völlig unklar, sagt Bären-Betreuer Heiner Klös der Nachrichtenagentur dpa.

Fast genau vor vier Jahren, am 23. März 2007, erobert der damals winzige Knuddelbär, den der Tierpfleger Thomas Dörflein liebevoll aufzieht, mit seinem ersten Auftritt die Herzen vieler Menschen. Etwa elf Millionen Menschen haben ihn seitdem besucht.

Knuts plötzlichen Tod am Samstag können viele im Zoo-Besucher nicht fassen, einige Kinder weinen, Fassungslosigkeit breitet sich aus. Der Zoo lässt das Areal sperren. Zum Zeitpunkt seines Todes sei der Bär allein auf der Anlage gewesen, teilt der Zoo mit.

Knut hatte offenbar Anfall im Wasser

(Archivbild vom 08.09.2010)

Nach Berichten des Kurators und von Augenzeugen spielte sich Folgendes ab: Die drei Eisbären Tosca, Nancy und Katjuscha wurden um den späten Mittag herum weggesperrt. Kurz darauf machte sich Knut auf den Weg ins Wasser. Dort habe ihn fast sofort "eine Art epileptischer Anfall" geschüttelt, er sei untergegangen und mit den Pfoten zuerst wieder aufgetaucht. Zahlreiche Zoobesucher schrien auf. Stammbesucher riefen nach Wärtern. Zu dem möglichen Anfall will Klös allerdings noch keine Angaben machen. Der Wissenschaftler verweist nochmals auf die bevorstehende Untersuchung des Tierkörpers und gibt mit ernster Miene der Hoffnung Ausdruck, "dass es nun keinen Hype gibt, wo der Körper später ausgestellt wird". .

Peta-Vorwürfe gegen Berliner Zoo

Die Tierrechtsorganisation Peta erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz und den Bären-Betreuer Heiner Klös. Durch die Zusammenlegung mit drei älteren Eisbärinnen sei der vierjährige Knut stark unter Stress geraten. Außerdem seien durch die Handaufzucht und die Hinwendung zum Menschen bei dem Eisbären enorme Verhaltensauffälligkeiten programmiert worden. Die Organisation verwies darauf, dass sie erst vor kurzem vor der “tier- und artwidrigen Haltung Knuts“ gewarnt habe.

Um die Haltung von Knut im Berliner Zoo gab es immer wieder Streit. Mehrmals muss der Eisbär das Gehege wechseln. Anfangs gibt es Raufereien und Probleme mit der Eisbärin Gianna, die ab September 2009 das kleine Bärengehege mit ihm teilt. Nachdem die beiden Tiere sich gut vertragen, muss Gianna aber im August 2010 wieder nach München in ihren Heimatzoo Hellabrunn zurück.

Schlecht ergeht es Knut, als ihn die Zoo-Leitung mit den drei jeweils über 20 Jahre alten Eisbärinnen auf den großen Bärenfelsen lässt. Es gibt Schlagzeilen und Berichte über einen traurigen, von dem Damen-Trio gemobbten Bären.

Der Tierrechtler Frank Albrecht, der früher unter dem Dach von Peta bereits mehrfach die Haltung von Eisbären in Zoos, und besonders die Lebensumstände von Knut, kritisiert hatte, erklärte in einer Mitteilung: “Die Natur hat sich nur gerächt und Knut die erheblichen Qualen der Gefangenschaft erspart.“ Knut habe wie 90 Prozent aller in Gefangenschaft gehaltenen Eisbären unter Verhaltensstörungen gelitten. Er sei zu sehr auf Menschen und nicht auf Eisbären fixiert gewesen. Möglicherweise habe der ständige Stress mit den drei Eisbärinnen in seinem Gehege “nun zum Tode von Knut geführt“.

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Die Geschichte von Knut war ein globales Medien-Phänomen: Am 5. Dezember 2006 wurden in Berlins Zoo Eisbärenzwillinge geboren. Die Mutter verstieß jedoch ihren Nachwuchs. Ein Jungtier starb nach vier Tagen, das andere überlebte im Brutkasten und wurde fortan liebevoll von Tierpfleger Thomas Dörflein aufgezogen, was der Zoo in zahlreichen Filmen und Clips im Internet dokumentierte. Der Knut-Kult begann und brachte dem Zoo Millioneneinnahmen. Dörflein starb überraschend im September 2008 im Alter von 44 Jahren.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der den Bären erst kürzlich als große Attraktion für Berlin bezeichnet hat, sagt am Samstag: "Wir alle hatten den Eisbären ins Herz geschlossen. Er war der Star des Berliner Zoos."

Bilder aus dem Zoo und aus seinem Leben

Trauer um Knut: Bilder aus seinem Leben

Auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, äußert sich betroffen. Zugleich übt er Kritik an der Haltung des Tiers. "Das kurze und qualvolle Leben von Knut zeigt erneut, dass Eisbären nicht in den Zoo gehören, auch wenn sie Knut heißen."

dpa

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