Schoko-Schnitte mit schwarzem Baby beworben

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Ein Werbeaufsteller fuer Schokokuchen mit einem Bild eines dunkelhäutigen Mädchens steht am Samstag (02.04.11) in Grossenhain in einer Filiale der Baeckerei Raddatz.

Gröditz - Das Produkt heißt “Schokotraum“, der Bäcker warb dafür mit einem schwarzen Baby. Doch nicht nur das Foto, sondern auch der Text erregten die Gemüter der Bürger - aber das Unternehmen bereut die Kampagne nicht.

Mit einem dunkelhäutigen Baby hat eine sächsische Bäckerei eine Woche lang für eine Schoko-Vanille-Schnitte geworben. Kunden protestierten. “Es ist uns klar, dass es anstößig ist. Aber wir sind definitiv keine Rassisten“, sagte Prokurist Christoph Raddatz am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Auf dem Werbefoto für die “Schokotraum“-Schnitte ist das Kind im Gras sitzend zu sehen. Daneben steht der Slogan “Aktion“ - und kleingedruckt: “Nur solange der Vorrat reicht. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Abbildung nur Serviervorschlag.“

Christoph Raddatz (l.), Prokurist der Bäckerei Raddatz, steht in Grossenhain in einer Filiale neben einem Werbeaufsteller, der in dem kleinen Ort für erhitzte Gemüter sorgt.

Die Bäckerei Raddatz aus Gröditz hat Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. 580 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Deutschland, weitere 50 in Namibia. Das Baby, mit dem der “Schokotraum“ beworben wurde, sei das Kind zweier Mitarbeiter aus Afrika. “Wir hatten schon bessere Aktionen, aber noch keine hat uns so eine Aufmerksamkeit gebracht“, erklärte Raddatz. Die Firma engagiere sich seit Jahren sozial in Afrika. Die meisten Kritiker hätten sich an dem Kleingedruckten gestoßen, sagte Raddatz. “Diese Angaben sind aber Pflicht bei jeder Backware. Normalerweise nimmt das kein Mensch wahr.“ Er verstehe die Beschimpfungen und Rassismus-Vorwürfe nicht.

Die Aktion löste Wogen der Entrüstung aus: Vor einigen Filialen wurden Werbeaufsteller mit dem Motiv umgeworfen, Bäckerei-Verkäuferinnen wurden beschimpft und das Unternehmen bekam unzählige E-Mails, Anrufe und Gästebucheinträge. Dennoch wurde die einwöchige Kampagne nicht abgebrochen. “Den Begriff “Schokotraum“ würde ich nicht noch einmal verwenden, aber die Assoziation dunkelhäutiges Baby und Schokolade würde ich auf jeden Fall wieder bringen“, sagte Raddatz. Die kritischen Einträge im Internet-Gästebuch löschte er.

Es gebe auch Befürworter. Sogar aus Afrika seien Unterstützer-Anrufe gekommen, sagt der Prokurist. Er weist im Internet darauf hin, dass seineFirma im April eine Schul- und Küchenausstattung für etwa 500 Kinder nach Namibia schicke. Prominentester neuer Fan des Bäckers ist der Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss (“Der Alte“). Er habe als Schwarzer keine Problem mit dieser Werbung - und stehe gerne zur Verfügung, wenn die Bäckerei mal jemanden für eine Schokokuss-Werbekampagne suche, schrieb er ins Internet-Gästebuch der Firma.

dpa

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