Schweizer Lehrerin im Jemen entführt

Bern/Sanaa - Im Jemen ist eine Lehrerin aus der Schweiz von Stammesmilizen entführt worden. Das bestätigte am Freitag das Außenministerium in Bern.

Ein Krisenstab bemühe sich zusammen mit dem Nachrichtendienst und der Bundespolizei der Schweiz um die Freilassung. Erste Kontakte mit den jemenitischen Behörden hätten über die Schweizer Vertretung in Sanaa stattgefunden.

Den Angaben zufolge wurde die Frau, die im Jemen als Sprachlehrerin tätig ist, am Mittwoch südwestlich der Hafenstadt Hodeida verschleppt. Die Entführer wollen die Geisel gegen zwei Mitglieder ihres Stammes austauschen, die im Gefängnis sitzen.

Lokale Nachrichtenportale meldeten, die 32 Jahre alte Schweizerin sei bereits am Dienstag verschleppt worden. Ihre Entführer hätten sich jedoch erst am Donnerstag bei einer Freundin der Lehrerin in Hodeida telefonisch gemeldet. Die Geiselnehmer sollen einem Stamm aus Bajhan in der Provinz Schabwa angehören. Dorthin haben sie angeblich auch die Schweizerin gebracht.

Im Jemen werden immer wieder Ausländer verschleppt, um auf diese Weise Forderungen gegenüber der Zentralregierung durchzusetzen. Meist kommen sie unverletzt frei. Das Schweizer Außenministerium erinnerte daran, dass es seit Anfang 2011 von jeglichen Reisen in den Jemen abrät. Auch das Auswärtige Amt in Berlin warnt wegen der schlechten Sicherheitslage vor Reisen in den Jemen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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