Weitere Haftstrafe für Entführer Drach

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Reemtsma-Entführer Thomas Drach muss sich vor Gericht wegen räuberischer Erpressung verantworten.

Hamburg - Der 2001 verurteilte Reemtsma-Entführer Thomas Drach bleibt weitere 15 Monate hinter Gittern. Das Hamburger Landgereicht verurteilte ihn wegen Anstiftung zur räuberischen Erpressung.

Weitere 15 Monate Gefängnis für verurteilten Reemtsma-Entführer Thomas Drach: Der 51-Jährige ist vom Hamburger Landgericht zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Kammer sprach ihn am Dienstag der versuchten Anstiftung zur räuberischen Erpressung schuldig. Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass er im Februar 2009 mit zwei Briefen aus der Haft heraus versuchte, einen Bekannten zur Erpressung seines jüngeren Bruders anzustiften. Eigentlich sollte er im Juli 2012 aus dem Gefängnis entlassen werden.

Drach selbst hatte die Vorwürfe im Prozess stets abgestritten, sein Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert, die Staatsanwaltschaft hatte zweieinhalb Jahre Haft und Sicherungsverwahrung gefordert.

Großteil des Lösegelds nicht aufgetaucht

Reemtsma war im März 1996 in Hamburg entführt worden. Nach Zahlung eines Lösegeldes von 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken (zusammen etwa 15,3 Millionen Euro) wurde er Ende April 1996 freigelassen. Drach wurde 1998 in Buenos Aires gefasst.

Drei Jahre später verurteilte ihn das Hamburger Landgericht wegen erpresserischen Menschenraubs zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft. Vom Großteil des Lösegeldes fehlt jede Spur.

Zur versuchten Erpressung von Drachs Bruder sagte die Richterin, es handele sich um eine “Tat unter zwei Ganoven“. Der Bruder sei kein unschuldiges, zufälliges Opfer, sondern ein Schwerkrimineller. Drach habe vor Gericht keine Reue gezeigt, die objektiven Umstände der Tat aber eingeräumt. Es sei klar, dass er die Briefe geschrieben und er seinem Bruder Geld zur Geldwäsche übergeben habe. Der Streit zwischen den Brüdern sei schon seit 15 Jahren im Gange. Drach habe befürchtet, dass der Bruder das Lösegeld allein ausgebe.

dpa

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