Sicherungsverwahrung für Sado-Mörderin

Düsseldorf - Als erste Frau in Nordrhein-Westfalen ist die Sicherungsverwahrung gegen eine 56-Jährige verhängt worden, die ihre Lebensgefährtin zu Tode gefoltert und die Leiche zerstückelt hatte.

Das 29-jährige Opfer war monatelang sadistischen Exzessen ausgesetzt. Die junge Frau wurde in einem Ferienhaus in Tunesien gefoltert, erniedrigt und sexuell misshandelt. Als „treibende Kraft“ bei den Folterungen sah das Gericht die 56-jährige Verkäuferin aus Ostwestfalen. Der Richter hatte in der Urteilsbegründung „unmenschliche, kaum begreifbare Quälereien“ angedeutet. Die sadistischen Neigungen der Frau sollen sich schon während der Untersuchungshaft erneut gezeigt haben, als Mitgefangene in Gefahr gerieten.

Deswegen war sie 1999 in Bielefeld wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafhaft ist in wenigen Tagen beendet. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht habe eine Beschwerde gegen die Maßnahme abgelehnt, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Die Entscheidung ist rechtskräftig (Az.: III-1 Ws 322/12). Das Gericht bestätigte damit Informationen der „Bild“-Zeitung. Psychiater halten die 56-jährige Frau für weiterhin sehr gefährlich. Die Justiz beruft sich auch auf ihr Verhalten in der Haft. Sie habe sich wenig einsichtig gezeigt. Deswegen sei ihre Zukunftsprognose negativ.

Die Verkäuferin war bereits 1994 zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil sie eine junge Frau wie eine Sklavin gehalten und ebenfalls zu Tode gequält hatte. Damals war sie lediglich wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Die Frau soll nun im Frankfurter Gefängnis untergebracht werden, sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums. Dort säßen schon zwei weibliche Gefangene in Sicherungsverwahrung. Der Anwalt der Frau habe aber angekündigt, gegen die Entscheidung Verfassungsbeschwerde einzulegen und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen, hieß es.

dpa

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