Somalische Miliz verlässt offenbar Stützpunkte in Mogadischu

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Offenbar verlässt die somalische Miliz ihre Stützpunkte in Mogadischu.

Mogadischu - Die Islamisten der somalischen Al-Shabab-Miliz haben sich in der Nacht zum Samstag offenbar aus vielen Stützpunkten in der Hauptstadt Mogadischu zurückgezogen.

Das sagte ein Sprecher der Regierung und bezeichnete den Schritt als “goldenen Sieg für das somalische Volk“. In einem lokalen Radiosender sagte ein Sprecher der islamistischen Miliz allerdings, der Rückzug sei nur vollzogen worden, um einen Gegenangriff zu ermöglichen. Es blieb unklar, in welchem Umfang der Rückzug stattfand und was er für den Hilfseinsatz in der Stadt bedeutet. Das Land hat seit 20 Jahren keine funktionierende Regierung und ist seit Wochen von der schwersten Hungersnot seit 60 Jahren betroffen. Die Al-Shabab-Miliz kontrolliert in vielen Teilen des Landes den Zugang zur notleidenden Bevölkerung. In Mogadischu hatten Regierungssoldaten am Freitag Zeugenberichten zufolge während der Plünderung einer Verteilstelle des Welternährungsprogramms der UN sieben Menschen erschossen.

Hungerkatastrophe in Somalia

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Aufgrund des Hungers sind allein im Süden des Landes nach US-Schätzungen in den vergangenen 90 Tagen mehr als 29.000 Kinder unter fünf Jahren gestorben. Al-Shabab-Kämpfer haben viele Hilfsorganisationen davon abgehalten, im Süden des Landes aktiv zu werden, und zudem die Hilfsarbeiten in der Hauptstadt erschwert.

Bewohner berichteten, dass Al-Shabab-Milizen ihre Positionen über Nacht verlassen hätten. Unklar blieb allerdings, ob sie sich auch aus der Stadt zurückzogen. Seit ihrer Gründung 2007 hat die Gruppe Mogadischu noch nie komplett verlassen. Vonseiten der Afrikanischen Union (AU) - die 9.000 Soldaten in der Stadt stationiert hat - hieß es, man prüfe die Berichte über den Rückzug.

Nach UN-Angaben sind derzeit 640.000 Kinder im Land akut unterernährt. Die Organisation hat fünf Hunger-Zonen in Somalia ausgewiesen, darunter auch die Flüchtlingslager in Mogadischu.

dapd

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