Spanier plante Massaker wie in Columbine

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Diese Chemikalien zum Bau von Bomben stellte die Polizei bei dem Mann sicher

Palma de Mallorca - Ein spanischer "Bewunderer" der Amokläufer der Columbine Highschool wollte an der Universität von Mallorca mehrere Bomben hochgehen lassen. Die Polizei verhinderte das Blutbad.

Der 21-Jährige habe sich über das Internet 140 Kilogramm Sprengstoff besorgt und auf dem Universitätsgelände in Palma de Mallorca mehrere Bomben zünden wollen, teilten die Ermittler am Donnerstag mit.

Der junge Mann sei gefasst worden, als er den Sprengstoff entgegennehmen wollte. Er habe den Bomben Metallsplitter beimischen wollen, um auf dem Campus der Universität möglichst viele Menschen zu töten. „Die Polizei hat vermutlich ein Massaker verhindert und vielen Menschen das Leben gerettet“, sagte der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz.

In der Wohnung des Verdächtigen stellten die Beamten ein Tagebuch sicher, in dem der junge Mann seine Massaker-Pläne dargelegte. Er habe dort auch Hasstiraden auf die Gesellschaft und vor allem auf die Universitätsstudenten ausgebreitet. Nach Angaben der Polizei hatte er das Massaker ursprünglich nicht mit Bomben, sondern - ebenso wie die Amokläufer vor gut 13 Jahren in den USA - mit Pistolen anrichten wollen. In der Columbine-Highschool starben 15 Menschen, darunter die beiden Attentäter.

Die Ermittler waren vor fünf Monaten auf den 21-Jährigen aufmerksam geworden, weil er in einem Internet-Blog seine Bewunderung für die Amokläufer an der Columbine Highschool geäußert hatte. Im April 1999 hatten in der kleinen Ortschaft Littleton im US-Bundesstaat Colorado zwei junge Männer das Feuer auf Mitschüler und Lehrer eröffnet. Vier Mädchen, acht Jungen und ein Lehrer starben im Kugelhagel. 23 Menschen wurden verletzt. Nach der Bluttat nahmen sich die beiden Amokläufer das Leben.

Der Verdächtige habe zunächst versucht, sich auf illegalem Wege Waffen zu besorgen, teilten die Ermittler mit. Als dies misslang, beantragte der Mann einen Waffenschein. Das Gesuch wurde jedoch abgelehnt. Erst dann habe der Verdächtige sich über das Internet Chemikalien für den Bau von Bomben beschafft. In seinen Tagebuch-Eintragungen habe er die Möglichkeit in Kauf genommen, bei dem geplanten Massaker selbst ums Leben zu kommen.

Der junge Mann offenbarte sich als ein Fan derselben Musikgruppen wie die Columbine-Amokläufer. Er ahmte nach Angaben der Polizei auch deren Kleidungsstil nach. In seinem Blog beklagte er sich darüber, als Schüler von seinen Klassenkameraden geschnitten worden zu sein. Nach Polizeiangaben schickte er damals einen Drohbrief an seine Schule.

dpa

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