"Toiletten für alle!"

Stiftung fordert Klos für Schwerstbehinderte

Schwerstbehinderte könnten häufig keine öffentlichen Klos benutzen, da selbst reguläre Behindertentoiletten für sie nicht geeignet seien, so die Stiftung.

München - Auch öffentliche Klos schließen manche Besucher aus: Die Stiftung "Leben pur" fordert bundesweit "Toiletten für alle", die auch Schwerstbehinderte besuchen können.

Zum Welttoilettentag am 19. November hat die Stiftung Leben pur bundesweit „Toiletten für alle!“ gefordert. Ziel ist es, im öffentlichen Raum Toiletten für schwer und mehrfach Behinderte bereitzuhalten, teilte die Stiftung am Montag in München mit. Die herkömmlichen Behindertentoiletten reichten in diesen Fällen nicht aus. Die Betroffenen seien zum Wechseln ihrer Einlagen oder Windeln auf eine Liege angewiesen, die im Idealfall auch höhenverstellbar sein sollte. Auch ein Seitengitter zur Sicherheit wäre gut, damit die liegende Person nicht herunterfallen könne, während der Betreuer die Windeln wechselt.

In München gibt es eine erste solche öffentliche Toilette in der Obersten Baubehörde am Franz-Josef-Strauß Ring, wie die Stiftung mitteilte. Der Raum dafür sollte mindestens zwölf Quadratmeter haben, um sich mit Rollstuhl und ein bis zwei Begleitpersonen bewegen zu können. Über einen Deckenlift könnten dann die Schwerbehinderten aus ihrem Rollstuhl heraus problemlos und ohne großen Kraftaufwand auf die Liege gebracht werden. Die Stiftung erinnerte daran, dass es für Babys Wickeltischen in Toiletten gebe, aber für erwachsene Behinderte meist nur der unhygienische Fußboden bleibe. Dies müsse sich ändern.

Die Stiftung Leben pur engagiert sich nach eigenen Angaben für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit schweren und mehrfachen Behinderungen. Dabei bemüht sie sich um praktische Lösungen für eine bessere Lebensqualität der Betroffenen.

kna

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