Mehrere zehntausend Euro kassiert

Tänzer erpressen Unternehmer mit Nacktfotos

Berlin - Ein Unternehmer lässt bei einem Treffen mit Tänzern die Hüllen fallen. Der Abend wird in der Folge zu einem Alptraum: Drei Erpresser nehmen ihn über Monate aus.

Die Erpressung eines Unternehmers mit Nacktfotos von ihm nach einem Abend mit Tänzern hat drei Angeklagten Bewährungsstrafen eingebracht. Achtmal hätten die 22- bis 29-Jährigen mit der Drohung, die Bilder ins Internet zu stellen, bis zu 13.500 Euro kassiert, stand am Dienstag für das Berliner Landgericht fest. „Über Monate lebte das Opfer in der Angst, seine Frau und sein Umfeld könnten von dem Treffen erfahren“, sagte der Vorsitzende Richter.

Die Angeklagten hatten zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestanden. Am Rande des Prozesses sagte ein 29-jähriger, er sei von dem Unternehmer zu einem Foto-Shooting bestellt worden. Gegen ihn sowie einen 22-jährigen Tänzer verhängte das Gericht wegen räuberischer Erpressung zwei Jahre Haft auf Bewährung. Ihr Komplize wurde zu einer 16-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Striptease für 500 Euro

Der verheiratete Geschäftsmann aus Norddeutschland hatte sich den Ermittlungen zufolge im November 2013 zwei der Angeklagten als Tänzer auf sein Zimmer in einem Fünf-Sterne-Hotel im Stadtteil Mitte bestellt - für einen Striptease gegen 500 Euro.

Sie hätten dann den Plan gefasst, Nacktfotos von ihm zu machen und ihn damit zu erpressen. Zudem behaupteten sie laut Anklage nach den Aufnahmen, einer von ihnen sei minderjährig. Kurz darauf sei der dritte Angeklagte ins Zimmer gestürmt und habe gefordert: „Du zahlst jetzt jeden Monat 7000 Euro.“

Der Geschädigte habe gezahlt, bis er die Abhebung der Summen nicht mehr habe vertuschen können, hieß es im Urteil. Strafmildernd seien die Geständnisse der Angeklagten berücksichtigt worden. Dadurch sei es möglich gewesen, „im Interesse aller Prozessbeteiligten die Details nicht zu sehr auszuleuchten“.

Der Geschäftsmann hatte zum Schutz seiner Privatsphäre für seine Aussage den Ausschluss der Öffentlichkeit durchgesetzt. Zu dem Urteil nach nur zwei Prozesstagen kam es nach einer Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

dpa

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