Trittbrettfahrer statt Ikea-Erpresser verhaftet

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Die Polizei sucht weiterhin nach dem Ikea-Bombenleger. Der verhaftete 24-Jährige scheint ein Trittbrettfahrer zu sein.

Dresden - Der als mutmaßlicher Ikea-Erpresser verhaftete Mann scheint ein Trittbrettfahrer zu sein. Davon geht die Polizei nach der Festnahme des 24-Jährigen aus.

Fünf Wochen nach der Explosion eines Sprengsatzes in einer Ikea-Filiale in Dresden hat die Polizei einen mutmaßlichen Erpresser festgenommen. Bei dem geständigen Mann handelt es sich aber nicht um den Bombenleger, sondern um einen Trittbrettfahrer, wie Landeskriminalamt Sachsen und Staatsanwaltschaft Dresden am Montag mitteilten. Der 24-Jährige versuchte demnach, von Ikea Deutschland eine sechsstellige Bargeldsumme zu erpressen.

Der Tatverdächtige aus Niederkassel in Nordrhein-Westfalen wurde am vergangenen Wochenende auf seiner Arbeitsstelle in Köln festgenommen. Der Frachtarbeiter habe die Vorwürfe bereits eingeräumt und angegeben, er habe seine finanzielle Situation verbessern wollen. Am Freitag vor Pfingsten war in dem Dresdner Möbelhaus ein Sprengsatz explodiert. Zwei Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben der Ermittler hatte der nun festgenommene 24-Jährige am 25. Juni von einem Internetcafé aus die Erpresser-Email an das Möbelhaus geschickt. Noch vor einer vereinbarten Geldübergabe habe er ermittelt werden können. Gegen ihn sei bereits Haftbefehl wegen versuchter räuberischer Erpressung erlassen worden. Dem bislang nicht einschlägig vorbestraften Mann droht im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

Keine Verbindung zu Bekennerschreiben

Nach Einschätzung der Ermittler handelt es sich um einen Trittbrettfahrer. Es gebe “keinerlei Verdachtsmomente“, dass der Festgenommene für Anschläge auf Ikea-Filalen verantwortlich sein könnte. Auch die Mitte Juni bei Polizei und Ikea eingegangenen Bekennerschreiben werden ihm nicht zugerechnet. Eine LKA-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Suche nach dem Bombenleger gehe unvermindert weiter.

Nach dem Anschlag in Dresden war dort eine 20-köpfige Sonderkommission “Ikea“ gebildet worden. Der Fall wurde auch in der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY...ungelöst“ geschildert. Die Hintergründe der Tat sind aber weiter unklar. Ikea wies Spekulationen über einen Erpressungsversuch zurück. Eine mögliche Spur des Bombenlegers führt an die polnische Grenze. Dies ergab der Einsatz von Spürhunden.

dapd

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