UN-Menschenrechtsrat setzt sich für Rechte von Homosexuellen ein

Genf - Der UN-Menschenrechtsrat hat erstmals Diskriminierungen von Schwulen, Lesben und Transsexuellen verurteilt.

Von den 47 Mitgliedern des Rates stimmten am Freitag 23 für eine entsprechende Resolution und 19 dagegen. Drei Länder enthielten sich. Mit der Resolution, die von Südafrika eingereicht wurde, soll zugleich ein Gremium geschaffen werden, das Diskriminierungen von Schwulen und Lesben in der ganzen Welt nachgeht. Für den Entwurf stimmten unter anderen die USA, die Europäische Union, Brasilien sowie weitere lateinamerikanische Länder.

Afrikanische und islamische Länder unter der Führung von Nigeria und Pakistan, aber auch Saudi-Arabien und Russland lehnten die Resolution dagegen ab. China zählte zu den drei Ländern, die sich bei der Abstimmung enthielten. Im Namen der einflussreichen Organisation der Islamischen Konferenz kritisierte der pakistanische UN-Botschafter Zamir Akram die Resolution und erklärte, der Text stehe in keinem Zusammenhang mit den grundlegenden Menschenrechten. Der Vertreter Nigerias sagte, die Resolution laufe den Wünschen der meisten Afrikaner zuwider.

“Historischer Moment“

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Eileen Chamberlain Donahoe, sprach nach der Abstimmung am Freitag von einem “historischen Moment im Menschenrechtsrat und innerhalb des Systems der UN“. Die Resolution ist in auffallend vorsichtiger Sprache gehalten. Wie aus dem Dokument hervorgeht, soll eine weltweite Studie über Diskriminierungen von Schwulen und Lesben durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen demnach bei einem späteren Treffen des in Genf ansässigen Menschenrechtsrates thematisiert werden.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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