US-Regierung: Dieser 22-Jährige soll der Bombenbauer sein

Sanaa - Ibrahim Hassan al-Asiri soll laut US-Regierung der Bombenbauer sein. Unterdessen wurde bekannt: Die in Dubai gefundene Paketbombe ist an Bord von zwei Passagierflugzeugen transportiert worden.

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Ein Sprecher der Fluggesellschaft Qatar Airways erklärte am Sonntag, das Paket sei zunächst von der jemenitischen Hauptstadt Sanaa nach Doha in Katar geflogen worden. Von dort sei es weiternach Dubai gebracht worden, wo es von den Behörden sichergestellt wurde. Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater der USA, John Brennan, erklärte, möglicherweise gebe es weitere Paketbomben wie die in Dubai und London gefundenen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte, dass eines der von Terroristen im Jemen aufgegeben Sprengstoffpäckchen für die USA in Deutschland umgeladen wurde.

Bilder: So packten die Terroristen ihre Paketbombe

Bilder: So packten die Terroristen ihre Paketbombe

Ibrahim Hassan al-Asiri soll die Bomben gebaut haben.

Die deutschen Sicherheitsbehörden seien von einem befreundeten Geheimdienst in der Nacht zum Freitag informiert worden, hätten das Paket aber nicht mehr stoppen können, sagte der CDU-Politiker am Sonntag in Dresden. “Wir nehmen den Vorgang ernst, auch wenn Deutschland wohl nicht Anschlagsziel war“, fügte er hinzu. Sicherheitsberater Brennan erklärte, der vereitelte Anschlagsplan deute auf den Al-Kaida-Ableger im Jemen. “Sie sind eine gefährliche Gruppe. Sie sind eine entschlossene Gruppe“, sagte Brennan dem Sender NBC. “Sie werden versuchen, Schwachstellen im System zu finden.“ Zudem wäre es unklug, davon auszugehen, dass es keine weiteren Paketbomben gebe.

Möglicher Bombenbauer identifiziert

Als Konsequenz aus dem Fund will die Bundesregierung keine Fracht aus dem Jemen mehr nach Deutschland lassen. Das Luftfahrtbundesamt hat alle Luftfahrtunternehmen, Expressdienstleister und andere Firmen angewiesen, lagernde und ankommende Fracht aus dem arabischen Land bis auf weiteres streng zu kontrollieren.

Hinter den Paketbomben wird die gleiche Gruppe von Terroristen vermutet, die auch schon im vergangenen Jahr an Weihnachten einen Anschlag auf ein Flugzeug in den USA versuchte. Auch dabei wurde der Industriesprengstoff PETN verwendet, der jetzt in den beiden Paketen entdeckt wurde, die am Freitag in London und Dubai sichergestellt wurden. Aus US-Regierungskreisen verlautete, in beiden Fällen gelte Ibrahim Hassan al-Asiri als möglicher Bombenbauer.

Experten warnen vor Sicherheitsmängeln

Der entscheidende Tipp für den Sprengstofffund kam aus saudiarabischen Geheimdienstkreisen, wie aus Regierungskreisen in Washington verlautete. Sicherheitsberater Brennan dankte in einer offiziellen Erklärung Saudi-Arabien sowie Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten für die geleistete Hilfe bei der Bewältigung der Gefahr.

Experten wiesen jedoch auf enorme Sicherheitsmängel bei der Frachtabfertigung an den Flughäfen hin. Besonders Frachtpakete, die von Passagiermaschinen befördert werden, würden oft nur wenig oder gar nicht überprüft. Die Gefahren seien seit Jahren bekannt, durch die vereitelten Terroranschläge seien sie nur wieder offengelegt worden, hieß es. Eine besondere Schwachstelle sei, dass Fluggesellschaften, die regelmäßig mit Frachtgesellschaften arbeiteten, auch Pakete befördern dürften, die als sicher deklariert, aber keinen weiteren Untersuchungen unterzogen würden.

Das US-Frachtunternehmen UPS stoppte mit sofortiger Wirkung die Beförderung aller Sendungen aus dem Jemen. Auch Großbritannien setzte die Beförderung unbegleiteter Luftfracht aus dem Jemen auf unbestimmte Zeit aus.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa/ap

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