Verbotenes Antibiotikum in Tierfutter gefunden

Magdeburg - In Sachsen-Anhalt ist bei Kontrollen Tierfutter gefunden worden, das mit einem verbotenen Antibiotikum verunreinigt ist.

Bei dem Antibiotikum handelt es sich um Chloramphenicol (CAP), dessen Anwendung bei Nutztieren EU-weit seit 1994 untersagt ist, wie das Agrar- und Umweltministerium am Montag in Magdeburg mitteilte. Wegen des geringen Gehaltes an Chloramphenicol in der Futtermittelvormischung werde ein Risiko für Menschen ausgeschlossen.

Das Ministerium war nach eigenen Angaben am Donnerstag über den Fund informiert worden. Demnach wurde in einem Mischfuttermittel für Rinder, Schweine und Geflügel CAP in einer Höhe von 32 Mikrogramm pro Kilogramm Vitaminmischung nachgewiesen. Die Probe wurde planmäßig entnommen und auf Antibiotika oder unerlaubte Leistungsförderer untersucht.

Bei dem Mischfuttermittel handelt es sich um eine Mineralstoff- und Vitaminmischung, die von einem Hersteller im Bördekreis hergestellt wurde. Dabei wurden 22 Kilogramm der belasteten Vitaminmischung in 55 Tonnen Fertigfutter gemischt. CAP darf diesen Angaben zufolge nicht Nutztieren gegeben werden, weil Resistenzen aufgetreten waren und Rückstände in Lebensmittel nicht ausgeschlossen werden können. Es wurde eine Kontrolle beim Futtermittelhersteller im Bördekreis eingeleitet. Noch am Freitag seien alle ausgelieferten Futtermittel zurückgerufen worden.

Ausgeliefert wurden die 55 Tonnen Futtermittel an 23 Landwirte in den Landkreisen Salzwedel, Stendal, Wittenberg, Harz, Jerichower Land, Bördekreis und Saalekreis in Sachsen-Anhalt sowie an je ein Unternehmen in Brandenburg und Sachsen. Eine Untersuchung der Lieferwege des Futtermittels ergab, dass die für Futtermittel bestimmte Vitaminvormischung durch ein Unternehmen in Niedersachsen aus China bezogen wurde.

Alle betroffenen Unternehmen sind laut Agrarministerium durch den Futtermittelhersteller über den Rückruf informiert worden. Dieser Rückruf, der bis zum Mittwoch (19. Januar) abgeschlossen sein soll, werde von den Behörden überwacht. Zwei sogenannte Rückstellproben des Unternehmens werden analysiert.

Von Norbert Claus

Rubriklistenbild: © dpa

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