Gewissheit in Mexiko

Verschleppte Studenten: Verdächtige gestehen Mord

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Maskierte Demonstranten vor dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft in Mexico City fordern Ergebnisse bei der Suche nach den vermissten 43 Studenten.

Mexiko-Stadt - Über einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender Studenten in Mexiko haben mutmaßliche Mitglieder einer kriminellen Organisation den Mord an den jungen Leuten eingeräumt.

Sie hätten eine größere Gruppe Personen getötet und verbrannt, sagten die drei Verdächtigen nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft im Verhör.

Nahe der Ortschaft Cocula im Bundesstaat Guerrero entdeckten die Ermittler Asche und Zähne. Die Proben würden nun in einem Universitätslabor im österreichischen Innsbruck untersucht, um die Opfer zu identifizieren, sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am Freitag. Solange keine Beweise vorlägen, würden die jungen Leute weiter als vermisst gelten.

Ende September waren 43 Studenten eines linksgerichteten Lehrerseminars in der Stadt Iguala von Polizisten entführt worden. Später wurden sie nach Zeugenaussagen Mitgliedern der Bande „Guerreros Unidos“ übergeben. Sie hätten die jungen Leute auf einer Müllkippe bei Cocula getötet, ihre Leichen mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt, sagten die Verdächtigen nun. Die sterblichen Überreste seien in einen Fluss geworfen worden.

Bereits vor mehreren Wochen hatten festgenommene Mitglieder der „Guerreros Unidos“ den Mord an 17 der Studenten gestanden und die Ermittler zu Massengräbern bei Iguala geführt. Bei den dort entdeckten Leichen handelte es sich allerdings nicht um die Vermissten.

Der Bürgermeister von Iguala und seine Frau wurden am Dienstag als mutmaßliche Drahtzieher der Tat festgenommen. Offenbar wollte José Luis Abarca verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Frau als Vorsitzende des örtlichen Wohlfahrtsverbands stören. Die Lehramtsstudenten sind Indios aus einfachen Verhältnissen und für ihren politischen Aktivismus bekannt.

Bürgermeistergattin María de los Ángeles Pineda stammt aus einer Drogenhändlerfamilie mit Verbindungen zum Beltrán-Leyva-Kartell. Sie soll ein führendes Mitglied der „Guerreros Unidos“ sein. Nach Einschätzung der Ermittler arbeiten in der Region lokale Politiker, korrupte Polizisten und Verbrecher Hand in Hand.

„Unsere Nation erlebt schwierige Zeiten. Die Ereignisse von Iguala empören uns alle“, sagte Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag. „Ich gebe den Familien der Verschwundenen und allen Mexikanern mein Wort: Wir werden nicht innehalten, bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist.“

Die Angehörigen hingegen erhoben schwere Vorwürfe gegen die Behörden. „Es war der Staat, der die Jungs entführt hat“, sagte der Sprecher der Opferfamilien, Felipe de la Cruz. Ihr Vertrauen in die Regierung ist erschüttert, auch den jüngsten Ermittlungsergebnissen schenken sie keinen Glauben. „Solange es keine Beweise gibt, sind unsere Kinder für uns noch am Leben“, sagte eine Mutter.

dpa

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