50-Jähriger bei der Flucht verletzt

Entflohener Mörder aus NRW in Bayern gefasst

Euskirchen - Ein verurteilter Mörder ist aus der Justizvollzugsanstalt Euskirchen in Nordrhein-Westfalen geflohen. Doch lange konnte der Mann seine Freiheit nicht genießen.

Der aus dem Euskirchener Gefängnis geflohene Mörder ist gefasst. Er sei auf einer Autobahn bei Passau in Bayern festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der JVA am Mittwochabend. Demnach hatte er keinen Widerstand geleistet. Auch die Polizei bestätigte die Festnahme. 

Der 50-Jährige war am Mittwochmorgen aus dem offenen Vollzug im nordrhein-westfälischen Euskirchen entkommen. Nach Angaben der JVA kletterte er über einen 2,10 Meter hohen Zaun. Der Häftling hatte sich bei der Flucht offenbar verletzt, wie die JVA-Leiterin Renate Gaddum sagte. Wenig später soll er sich im Krankenhaus Mechernich wegen einer Rissverletzung behandeln lassen haben. Dort verlor sich aber die Spur. Das Krankenhaus alarmierte die Polizei.

Das Landgericht Bonn hatte den Mann 1998 wegen Mordes, versuchten Mordes und Raubs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. In den vergangenen Jahren waren die Haftbedingungen für ihn Schritt für Schritt gelockert worden. 

Leiterin Gaddum sagte, sie habe zu keinem Zeitpunkt den Verdacht gehabt, der Mann könnte fliehen. Sie vermutete dahinter eine Kurzschlussreaktion. Bei ihm seien zuvor Handys gefunden worden - die auf dem JVA-Gelände nicht erlaubt sind. Als Reaktion hatte die JVA seine vollzugsöffnenden Maßnahmen vorerst auf Eis gelegt.

Nach Angaben der JVA wird der 50-Jährige nun nicht nach Euskirchen zurückkehren - sondern in einen geschlossenen Vollzug kommen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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