Vietnam: 15 Tote nach Untergang von Touristenboot

Hanoi - Mindestens 15 Menschen sind im Süden Vietnams beim Untergang eines Ausflugsbootes ums Leben gekommen, auf dem ein dreijähriger Junge seinen Geburtstag gefeiert hatte.

Unter den Toten sind nach Angaben von Staatsmedien fünf Kinder, darunter auch das Geburtstagskind, dessen Mutter und sechsjährige Schwester. Auch sechs weitere Mitglieder der Familie kamen ums Leben. Der Vater, ein vietnamesischer Geschäftsmann, der die Feier auf dem Boot organisiert hatte, konnte sich ans Ufer retten.

Taucher bargen die 15 Leichen am Samstagnachmittag aus dem Saigon-Fluss, eine Person wurde weiterhin vermisst, wie der Chef der lokalen Wasserpolizei, Trieu Van Giau, sagte. Unter den Toten seien auch zwei Chinesen. Der Vorfall werde weiter untersucht, doch wahrscheinlich sei das schlechte Wetter an dem Unglück schuld gewesen.

Das Doppeldeckerboot war nach Behördenangaben am Freitagabend bei starkem Wind auf dem Saigon gekentert. Einige Insassen hätten sich schwimmend in Sicherheit bringen können. Das Schiff habe sich nur rund hundert Meter von einer Anlegebrücke entfernt befunden, als es gesunken sei, sagte ein Sprecher des Dorfs Binh Nham in der Provinz Binh Duong.

Ein Überlebender berichtete, dass sich das Boot so schnell mit Wasser gefüllt habe, dass er nicht mehr zu seiner Frau und seinem Sohn auf der anderen Seite des Decks gelangen konnte. Andere sagten, dass alle Fenster wegen des Regens geschlossen gewesen seien und damit ein Entkommen der Passagiere verhindert hätten.

Hunderte Soldaten und Polizisten waren für die Such- und Rettungsaktion mobilisiert worden.

Im Februar waren in Vietnam beim Untergang eines Touristenboots in der beliebten Halong-Bucht zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter elf Touristen aus neun Ländern. Die Polizei machte später menschliches Versagen für das Schiffsunglück verantwortlich.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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