Vorwurf Menschenrechtsverletzung

Amanda Knox verklagt Italiens Justiz

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Amanda Knox im Jahr 2011.

Straßburg - Vor einem guten Jahr wurde die US-Amerikanerin in fünfter und letzter Instanz vom höchsten Gericht Italiens freigesprochen. Jetzt erhebt Amanda Knox selbst Anklage.

Die ehemalige US-Studentin Amanda Knox, die durch ein Justizdrama um die Ermordung einer jungen Britin in Italien weltweit bekannt wurde, beschäftigt nun auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Eine Klage der Amerikanerin gegen Italien werde derzeit vom Straßburger Gericht geprüft, bestätigte eine Sprecherin am Mittwoch. „Engel mit den Eisaugen“, wie Knox genannt wird, wirft der italienischen Justiz unter anderem vor, ihr keinen fairen Prozess gewährt zu haben.

Der Gerichtshof für Menschenrechte habe Italien nun um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten, erläuterte die Sprecherin. Wann das Straßburger Urteil gefällt wird, ist noch unklar. Unter anderem beanstandet Knox, dass sie bei ihrer ersten Vernehmung durch Polizisten nicht von einem Anwalt begleitet war und dass ihr während des Verfahrens kein Dolmetscher zur Verfügung gestellt wurde.

Endgültiger Freispruch 2015

Knox und ihr italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito hatten sich wegen der Ermordung der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher im November 2007 mehrfach vor Gericht verantworten müssen. In einem ersten Prozess Ende 2009 wurden sie des Mordes schuldig gesprochen und zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

In einem Berufungsprozess erhielten sie 2011 einen Freispruch, dieser wurde aber im Januar 2014 in einem neu aufgerollten Verfahren wieder kassiert. Im März 2015 sprach das höchste Gericht Italiens die beiden schließlich endgültig frei. Es begründete dies mit schlampigen Ermittlungen und "erheblichen Mängeln" bei der Untersuchung des Mordes.

Die 21-jährige Kercher war halbnackt und mit durchgeschnittener Kehle in der Wohnung in Perugia entdeckt worden, die sie sich mit Knox teilte. Ihre Leiche wies 47 Messerstiche auf, die Studentin war vergewaltigt worden. Wegen der Tat verbüßt der Drogendealer Rudy Guédé aus der Elfenbeinküste eine 16-jährige Haftstrafe. Seine DNA wurde am Tatort gefunden. Die Staatsanwaltschaft hatte jedoch stets die Auffassung vertreten, Guédé habe die Tat nicht allein begehen können.

afp

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