"Weihnachtsmassaker" in Zentralafrika befürchtet

Nairobi - Mehrere Hilfsorganisationen haben auf die Gefahr eines neuen “Weihnachtsmassakers“ durch Rebellen der Widerstandsarmee des Herrn (LRA) in Zentralafrika aufmerksam gemacht.

Die ursprünglich aus Uganda stammende Rebellentruppe des als Kriegsverbrecher gesuchten Joseph Kony müsse nach mehr als 20 Jahren blutiger Angriffe auf hilflose Zivilisten endlich gestoppt werden, forderten am Dienstag unter anderem Oxfam, Pax Christi, World Vision und die Gesellschaft für bedrohte Völker.

“Es ist unglaublich, dass die Regierenden der Welt die brutale Gewalt gegen Dörfer in Zentralafrika zulassen und dies seit 20 Jahren andauern konnte“, sagte Marcel Stoessel, Oxfam-Direktor im Kongo. “Trotz der größten UN-Friedenstruppe der Welt werden die Menschen im Nordostkongo Weihnachten in der Furcht vor einem weiteren Massaker leben.“ Die UN hätten das Problem der LRA zu lange vernachlässigt.

Die Soldaten der im Nordostkongo lebenden Rebellen hatten Weihnachten 2008 bei Überfällen auf Dörfer der Region mehr als 860 Menschen getötet. Im vergangenen Jahr brachten LRA-Kämpfer kurz vor Weihnachten rund 300 Männer, Frauen und Kinder um.

Nach dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Hilfsorganisationen haben LRA-Rebellen allein im Kongo im vergangenen Jahr bei etwa 200 Überfällen mehr als 1000 Menschen getötet oder entführt. Die für den massiven Einsatz von Kindersoldaten berüchtigten Rebellen überfielen auch Dörfer im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik.

Die LRA führte fast 20 Jahre einen blutigen Bürgerkrieg im Norden Ugandas, wo ihr Anführer Kony einen fundamentalistischen Gottesstaat errichten wollte. Nach der Vertreibung durch Regierungstruppen setzten die Rebellen ihre Überfälle aus Verstecken im kongolesischen Urwald fort. Die LRA hat Schätzungen zufolge im Laufe der Jahre mindestens 30 000 Kinder und Jugendliche entführt und versklavt.

dpa

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