Am 27. Juni

Wetterregel, Heilige, Nagetier: Was ist dran am Siebenschläfertag?

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So sieht der Siebenschläfer aus.

Berlin - Mythos, Unsinn oder Wahrheit? Am 27. Juni ist Siebenschläfertag. Wir erklären, was es damit auf sich hat - und wie die Wetter-Prognosen für die nächsten Tage aussehen.

Siebenschläfer: Wo kommt der Name her?

DIE HEILIGEN: Der Name geht auf eine Legende von sieben schlafenden Jünglingen zurück. Zur Zeit der Christenverfolgung sollen sie sich im Jahr 251 in einer Höhle in Ephesus versteckt haben. Von Häschern entdeckt und eingemauert schliefen sie dort 195 Jahre. Am 27. Juni 446 wurden sie entdeckt, erwachten wieder und bezeugten den Glauben an die Auferstehung. Die Jünglinge wurden lange als Heilige verehrt und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit. Der Siebenschläfertag ist der Gedenktag der sieben Schläfer von Ephesus.

DAS TIER: Das nachtaktive Nagetier aus der Familie der Bilche kam wegen seines ausgiebigen Winterschlafes von September bis Ende April zu seinem Namen Siebenschläfer. Wenn das bis zu 20 Zentimeter lange Tier - plus 13 Zentimeter Schwanz - nicht schläft, ernährt es sich vor allem von Nüssen, Eicheln und Bucheckern.

Wetter am Siebenschläfertag: Die Bauernregel

DAS WETTER: Der Tag ist durch Bauernregeln bekannt wie "Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag". Meteorologischen Statistiken zufolge treffen die Wettervorhersagen zum Siebenschläfer zu 62 bis 70 Prozent zu. Eine erstaunlich hohe Quote, denn die Regel entstand schon vor der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 mit zehn gestrichenen Tagen. "Echter" Siebenschläfertag ist darum eigentlich der 7. Juli und nicht der heute so benannte 27. Juni.

Und was ist dran an der Bauernregel? Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net sagt: „Der Siebenschläfertag hat rein gar nichts mit dem Tier zu tun. Außerdem ist es Unsinn, das Wetter an genau diesem einen Tag auf den gesamten kommenden Sommer zu übertragen." Der 27. Juni wurde aber dennoch zum Lostag, wenn es auch keinen nachweisbaren meteorologischen Zusammenhang zwischen dem Siebenschläfertag und dem Sommerwetter gibt. 

Allerdings: "Es ist tatsächlich so, dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gibt, dass das Wetter im Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli auch die kommenden Wochen andauern kann", sagt Jung. "Diese Beobachtungen hat man zumindest in Süddeutschland gemacht." Dort hat der Siebenschläfer eine Quote von immerhin 70 Prozent. Je weiter man aber Richtung Norden schaut, desto mehr lässt die Trefferquote nach.

Man mag an den Siebenschläfer glauben oder nicht - das erwartet uns in den nächsten Tagen:

Vorhersage für die kommende Woche

Nachdem das Wochenende erst Hitze, dann Donnerwetter und zuletzt Regen in petto hatte, beginnt die neue Woche zunächst freundlich, aber deutlich kühler. 17 bis 25 Grad sind immerhin noch drin, allerdings auch einige Schauer. Die letzte Juniwoche wird wechselhaft - wie wohl auch der Sommer...

Wetter-Weisheiten: Welche Sprüche wirklich stimmen

mit Material der dpa

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