Wikileaks-Chef unter Vergewaltigungs-Verdacht

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Die schwedische Polizei ermittelt gegen Julian Assange

Stockholm - Gegen den Gründer der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, ist Haftbefehl wegen Verdachts auf Vergewaltigung erlassen worden.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Stockholm bestätigte am Samstag einen entsprechenden Zeitungsbericht. Der Haftbefehl sei am Freitagabend erlassen worden, sagte Sprecherin Karin Rosander. Assange “sollte sich bei der Polizei melden“, mahnte sie. Der Wikileaks-Gründer wies die Vorwürfe zurück. Assange erklärte über den Kurzmitteilungsdienst Twitter: “Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage, und dass sie zu diesem Zeitpunkt erhoben werden, ist zutiefst beunruhigend.“

Wikileaks hatte Ende Juli knapp 80.000 bis dahin geheime US-Militärdokumente über den Krieg in Afghanistan veröffentlicht. In der vergangenen Woche kündigte Assange die Veröffentlichung von 15.000 weiteren Dokumenten über den zunehmend umstrittenen Einsatz an.

Der Australier Assange war in der vergangenen Woche bei einem Seminar der schwedischen Sozialdemokraten aufgetreten und hatte mehrere Interviews gegeben. Wo er sich am Samstag aufhielt, war zunächst unklar. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bezieht sich der Haftbefehl auf zwei verschiedene Ereignisse, in dem einen Fall werde Assange Vergewaltigung, in dem anderen Belästigung vorgeworfen. Der Haftbefehl sei wegen Verdunklungsgefahr erlassen worden.

Wikileaks spricht von “schmutzigen Tricks“

Wikileaks erklärte via Twitter, nachdem die Organisation die Veröffentlichung weiterer Afghanistan-Dokumente angekündigt habe, sei sie vor “schmutzigen Tricks“ gewarnt worden. “Jetzt haben wir den ersten“, hieß es in Anspielung auf die Vorwürfe gegen Assange. Die Betreiber der auf Enthüllung von Geheimdokumenten spezialisierten Website sind größtenteils unbekannt, einzig Assange und ein Deutscher, der sich Daniel Schmitt nennt, treten öffentlich auf. Der Name Daniel Schmitt ist allerdings ein Pseudonym.

AP

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