Manipulation

Abgasskandal: VW droht teures Strafverfahren in den USA

Washington - Auf Volkswagen kommt in den USA neben milliardenschweren Entschädigungszahlungen möglicherweise auch ein Strafverfahren zu, an dessen Ende eine hohe Geldstrafe stehen könnte.

Ermittler der Staatsanwaltschaft und des US-Justizministeriums hätten ausreichend Belege dafür gesammelt, dass sich VW mit der Manipulation der Abgaswerte eines "kriminellen Fehlverhaltens" schuldig gemacht habe, berichtete das Wall Street Journal am Montag (Ortszeit). Diese Ermittlungsergebnisse könnten zu einer strafrechtlichen Anklage und "beträchtlichen finanziellen Strafen" führen.

Justiz und Unternehmen in den USA wollten den Bericht zunächst nicht kommentieren. Der VW-Konzern erklärte lediglich, er sei "bemüht, das Vertrauen unserer Kunden, Händler, der Regulatoren und der amerikanischen Öffentlichkeit zurückzugewinnen". Ein Sprecher des Justizministeriums in Washington lehnte jeden Kommentar ab.

Nach Angaben des "Wall Street Journal" stehen VW und das Justizministerium bereits in Gesprächen über ein mögliches Strafverfahren. Die Justiz habe sich noch nicht darauf festgelegt, welche Anklagepunkte sie in einem solchen Verfahren genau erheben wolle. Zudem sei noch nicht entschieden, ob sie von VW ein Schuldbekenntnis in einem förmlichen Strafverfahren verlange oder einen Deal anbiete, an dessen Ende die Klage gegen Auflagen und Strafzahlungen fallengelassen werden könnte.

VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm reduziert den Ausstoß von schädlichen Stickoxiden bei standardisierten Tests.

Volkswagen hat bereits eine Reihe von Vereinbarungen mit US-Behörden zur Bewältigung des Skandals getroffen. Im Juni hatte sich der Konzern bereit erklärt, in den USA zur Bewältigung knapp 15 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden Euro) zu zahlen, ein Großteil davon für Entschädigungen betroffener Kunden. Kosten für ein Strafverfahren sind darin nicht inbegriffen.

Autodebakel - die größten Rückrufaktionen

afp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Meistgelesene Artikel

Dax-Konzern Linde und US-Rivale Praxair wollen fusionieren

München - Mit einer gescheiterten Fusion und Vorstandsquerelen hat Linde im Herbst Schlagzeilen gemacht. Jetzt unternimmt das Unternehmen einen neuen …
Dax-Konzern Linde und US-Rivale Praxair wollen fusionieren

Arbeitslosenzahlen sinken auf 2,53 Millionen

Nürnberg - Ganz so kräftig wie in den Vormonaten gingen die Arbeitslosenzahlen im November nicht mehr zurück. Für ein neues Rekordtief reichte es …
Arbeitslosenzahlen sinken auf 2,53 Millionen

VW-Vorstände zahlten Reisekosten zurück

Berlin/Wolfsburg - Vorstände des Autokonzerns Volkswagen haben im Jahr 2014 nach internen Beratungen Reisekosten zurückgezahlt. Zugleich gab es einen …
VW-Vorstände zahlten Reisekosten zurück

Kommentare