Anshu Jain warnt vor Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Europas

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Der Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Anshu Jain. Foto: Daniel Bockwoldt

Hamburg (dpa) - "Eine lange Leidenszeit" hat der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, Europa prognostiziert.

Ein schnelles Ende der seit Jahren andauernden Niedrigzinsphase sei nicht in Sicht, sagte er beim "Zeit"-Wirtschaftsforum am Donnerstag in Hamburg: "Das kommt erst, wenn das Wachstum in Europa ein nachhaltiges Level erreicht. Das wird sicher nicht in den nächsten zwei Jahren passieren."

Im Vergleich zu den Märkten in Asien und den USA drohe Europa seine Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Als gutes Zeichen, Vertrauen zurückzugewinnen, wertete Jain den Bankenstresstest der Europäischen Zentralbank (EZB). Dabei war geprüft worden, wie krisenfest 130 große Institute im Euroraum sind. "Europäische Banken können verglichen werden, das bringt Vertrauen zurück."

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) warb unterdessen für das von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgeschlagene Investitionsprogamm von 300 Milliarden Euro.

Es sei wichtig, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Anderenfalls drohe Europa zu zerbrechen. "Alle sehen sich zunächst einmal als Opfer. Nationale Egoismen wachsen. Schulden werden als Schuld gesehen", sagte Schulz. "Das ist nicht die Idee von Europa. Wir sind viel zu vernetzt, als dass wir uns so ein Denken noch leisten könnten", ergänzte er. Aus wirtschaftlicher Verzweiflung wählten aber immer mehr Menschen radikale Parteien mit nationaler Propaganda.

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