Aschewolke gibt Europcar zusätzlichen Schub

Hamburg - Die Aschewolke aus Island hat dem Autovermieter Europcar zusätzlichen Schub gegeben. Während europaweit die Flugzeuge am Boden blieben, brummte das Geschäft bei Europcar.

“Wir haben rund zehn Prozent mehr Nachfrage registriert und sechsmal so viele Autos ins Ausland vermietet“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Europcar Deutschland, Roland Keppler, der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg. Der unerwartete Zusatzumsatz verstärkte die Belebung des Geschäfts, die sich bereits seit einigen Wochen abzeichnet.

Europcar hat, ebenso wie die gesamte Branche, ein schwieriges Jahr hinter sich. Einerseits ging in der Wirtschafts- und Finanzkrise die Nachfrage zurück. Die Unternehmen brauchten weniger Mietwagen, weil sie ihre Geschäftsreisen drastisch zusammenstreichen mussten. Und die privaten Kunden hielten sich ebenfalls zurück. Folge: Der Umsatz von Europcar in Deutschland reduzierte sich um rund zehn Prozent von 568 auf 509 Millionen Euro. Damit rangiert Europcar nach Marktführer Sixt in Deutschland auf Platz zwei.

Autohersteller kürzen Rabatte

Zum anderen kürzten die Autohersteller im Jahr der Abwrackprämie den Autovermietern Vergünstigungen und Rabatte. “Die Autos sind für uns teurer geworden“, stellte Keppler fest. “Und gleichzeitig haben sich die Finanzierungskonditionen der Banken verschlechtert.“ Damit der Ertrag nicht unter die Räder geriet, steuerte Keppler Europcar Deutschland auf einen Konsolidierungskurs. Er verkleinerte die Flotte um 5000 Autos auf durchschnittlich 37 000 Fahrzeuge und baute mehr als 150 Arbeitsplätze ab. “Aber ohne Auseinandersetzungen, ohne Kündigungen und ohne Sozialplan“, sagte Keppler. “Es ging allein über normale Fluktuation und auslaufende Zeitverträge.“ Jetzt beschäftigt der Autovermieter noch rund 1400 Mitarbeiter. Das Netz der fast 580 Vermietstationen wurde kaum ausgedünnt.

Auch die Kunden bekamen durch höhere Preise die schwierige Lage der Branche zu spüren. “Wir haben einige Geschäfte beendet, an denen wir nichts mehr verdient haben“, sagte Keppler. Auch beliebte Angebote wie die Wochenend- und Feiertagsmieten wurden teurer. Im Durchschnitt erhöhte Europcar die Preise um 2,5 Prozent; bei einzelnen Produkten konnten es bis zu zehn Prozent sein. Den Gewinn in Deutschland nennt Europcar nicht; die französische Muttergesellschaft hat für den gesamten Konzern - den größten europäischen Autovermieter - eine Umsatzrendite von 17 Prozent veröffentlicht. Für Deutschland sagte Keppler nur: “Wenn das Jahr so weiterläuft wie bisher, dann wird es besser als 2009.“

Rubriklistenbild: © dpa

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