Aufbruchstimmung in der Industrie

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Ein Arbeiter vor einem angestochenen Hochofen. In der deutschen Industrie herrscht Aufbruchstimmung.

Hannover - Aufbruchstimmung in der deutschen Industrie: Die Unternehmen streben mit aller Kraft aus dem tiefen Konjunkturtal nach der Mega-Rezession 2009.

Die Aschewolke nach dem Vulkanausbruch auf Island und die Flugverbote am Himmel über Europa durchkreuzten zwar manche Reisepläne von Ausstellern und Besuchern auf der Hannover Messe . Den Hoffnungen der Unternehmen auf die Trendwende konnte das Naturereignis bislang jedoch nichts anhaben. “Es geht wieder aufwärts“, war der am häufigsten geäußerte Konjunkturkommentar am Montag zum Auftakt der weltgrößten Industrieschau.

Die Unternehmen setzen dabei auf die globalen Megatrends: Energieeffizienz, neue Antriebe, umweltschonende Systeme und Elektromobilität. Die Deutschen wollen in diesem Bereichen in der ersten Reihe mitspielen. Allerdings gibt es auch Risiken, die allzu hohe Erwartungen wieder zunichtemachen könnten. Und schon wird auch der Ruf nach staatlichen Hilfen laut.

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) warnte vor hohen Belastungen durch die Sperrung des deutschen Luftraums wegen der Aschewolke aus Island. Rund 40 Prozent der deutschen Exporte gehen nach BDI-Angaben per Flugzeug ins Ausland. Hinzu kommen Experten und Ersatzteile, auf die Kunde im Ausland oft dringend angewiesen sind.

Zu den Risiken gehört auch die Entwicklung der Rohstoffpreise, die von den Lieferanten angesichts der Marktstrukturen derzeit nahezu im Alleingang bestimmt werden könnten, beklagen Experten. Vertreter der besonders betroffenen Stahlindustrie sprachen vom “voraussichtlich größten Rohstoffkosten-Schock“ seit der Ölkrise. Die Steigerungen von bis zu 90 Prozent könnten die Unternehmen nicht an ihre Kunden weitergeben und auch nicht allein tragen. Politik und Wirtschaft müssten Lösungen finden.

Zu den großen Unwägbarkeiten zählen die Wirtschaftsverbände ferner die Verfügbarkeit von Krediten, um die nötigen Investitionen im Aufschwung zu finanzieren. Bisher sei eine Kreditklemme zwar noch nicht festzustellen, berichtete der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer. Aber ob das so bleibe, wenn der Aufschwung erst einmal da sei und die Unternehmen erhöhten Liquiditätsbedarf hätten - das sei die große Frage. Teurer würden Kredite jetzt schon und auch die Konditionen schwieriger.

Doch trotz aller Fragezeichen starten die Industrieunternehmen, die in Deutschland nach Angaben des Elektroverbandes ZVEI immerhin gut ein Viertel zum Bruttosozialprodukt beitragen, zuversichtlich in den offensichtlich anbrechenden Konjunkturfrühling. Die Aufträge in wichtigen Branchen sind zuletzt wieder angezogen, vor allem aus dem Ausland kommen Bestellungen für die Exportnation Deutschland.

BDI rechnet mit Wachstum von zwei Prozent

Der BDI geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um zwei Prozent wachsen kann und ist damit deutlich optimistischer als die meisten anderen Auguren. Der ZVEI rechnet sogar damit, dass der Umsatz der Branche in diesem Jahr um fünf Prozent steigen wird.

Treiber des Wachstums sollen neue zukunftsorientierte Technologien sein. Rund 4000 Innovationen haben die Aussteller mit nach Hannover gebracht. Das wichtigste globales Trendthema dürfte Elektromobilität heißen. Am Elektroauto wollen alle verdienen - auch wenn es noch große Herausforderungen zu bestehen gibt: Akku-Technik und Reichweite, Ladegeschwindigkeit und die Schaffung eines Netzes von Ladestationen.

Mehr als 4800 Unternehmen aus 64 Ländern hatten sich zur Messe angemeldet - rund zehn Prozent schaffte es wegen der Flugverbote aber nicht, aus den entlegensten Ecken der Welt die Hannover Messe rechtzeitig zu erreichen.

Von Eva Tasche

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