Backwarenhersteller Lieken macht fünf Standorte dicht

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Andrej Babis steht an der Spitze der Agrofert Holding, die Lieken übernommen hat. Foto: Michael Heitmann/Archiv

Düsseldorf (dpa) - Rund eineinhalb Jahre nach der Übernahme durch den tschechischen Investor Agrofert will der Backwarenhersteller Lieken fünf deutsche Werke schließen.

Agrofert-Eigentümer ist der Milliardär und tschechische Finanzminister Andrej Babis. Betroffen seien die Standorte in Weißenhorn (Bayern), Essen (NRW), Garrel (Niedersachsen) sowie zwei hessische Werke in Stockstadt und Pfungstadt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit. Zuvor hatte das Fachmagazin "Lebensmittel Praxis" über die Umstrukturierung berichtet. Die Schließung der Standorte sei für die kommenden drei Jahren geplant.

Das Unternehmen kündigte an, für die Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen finden zu wollen. Zur Zahl der Betroffenen wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Gewerkschaft NGG bezifferte die Zahl der wegfallenden Stellen auf rund 700. Im Zuge weiterer Umstrukturierungen seien in den kommenden Jahren jedoch weitere 1100 Stellen bedroht, berichtete Ernst Busch, der für die Gewerkschaft im Lieken-Aufsichtsrat sitzt. Insgesamt beschäftige das Unternehmen etwa 4300 bis 4400 Mitarbeiter.

Gleichzeitig sei der Bau einer neuen Produktionsstätte im Rhein-Main-Gebiet geplant, teilte das Unternehmen mit. Die Standorte in Lünen (NRW), Brehna (Sachsen-Anhalt) und Lüdersdorf (Mecklenburg-Vorpommern) sollten weiter ausgebaut werden. Das Unternehmen bezifferte die geplanten Gesamtinvestitionen auf rund 400 Millionen Euro.

Im Februar 2013 hatte die tschechische Agrofert-Gruppe den Düsseldorfer Backwarenhersteller vom italienischen Nudelkonzern Barilla übernommen. Babis hatte nach der Übernahme versichert, deutsche Kapazitäten weiter nutzen und die Produktion steigern zu wollen.

Lieken betreibt derzeit neben der Hauptverwaltung in Düsseldorf bundesweit zwölf Großbäckereien. Bekannte Marken des Großbäckers sind etwa "Lieken Urkorn" oder "Golden Toast". Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 815 Millionen Euro und schrieb nach eigenen Angaben schwarze Zahlen.

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