BaFin führt neue Meldepflicht bei Leerverkäufen ein

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Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdeinstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio.

Bonn - Zur besseren Kontrolle gelten bei Leerverkäufe künftig strengere Regeln. Die Bundesanstalt für Finanzdeinstleistungsaufsicht (BaFin) will damit die Stabilität des Finanzsystems gewährleisten.

Um Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems abzuwehren, hat die BaFin strengere Regeln bei riskanten Leerverkäufen beschlossen. Wie die Finanzaufsicht am Donnerstag in Bonn mitteilte, gilt für die Aktien bestimmter Banken, Versicherungen, Finanzdienstleistern und der Deutschen Börse ab 25. März eine neue Meldeschwelle.

Die Grenze liegt bei 0,2 Prozent

Beim Leerverkauf handelt es sich um den Verkauf einer Ware, die man zum Zeitpunkt des Verkaufs (noch) nicht besitzt - zumeist mit der Absicht, sie später billiger kaufen zu können und an der Differenz zu verdienen.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) müssen Marktteilnehmer künftig Netto-Leerverkaufspositionen in ausgewählten Finanztiteln ab einer Schwelle von 0,2 Prozent mitteilen und ab 0,5 Prozent veröffentlichen. Betroffen sind demnach unter anderem Papiere der Deutschen Bank, Commerzbank, Postbank, Allianz und der Deutschen Börse.

Gesetzentwurf zum besseren Schutz von Anlegern

Die Meldepflicht gilt laut BaFin für alle Transaktionen, “die wirtschaftlich betrachtet zu einer Netto-Leerverkaufsposition“ führen. Als Begründung nannte die Finanzaufsicht die Notwendigkeit einer Regelung, die es ermöglicht, im Bedarfsfall frühzeitig und gezielt gegen Leerverkäufe vorzugehen, “die Gefahren für die ordnungsgemäße Durchführung des Wertpapierhandels und die Stabilität des Finanzsystems begründen“.

Die Meldepflicht gilt zunächst bis Ende Januar 2011. Am Mittwoch hatte das Bundesfinanzministerium bereits erste Eckpunkte des Gesetzentwurfes zum besseren Schutz von Anlegern vorgestellt. Noch im April soll dann ein “Diskussionsentwurf“ folgen, der Regierungsentwurf könnte im Sommer vom Kabinett verabschiedet werden. Privatanleger sollen sich damit besser informieren können.

DAPD

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