BayernLB: Seehofer will personelle Konsequenzen

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“Ich habe personelle Konsequenzen im Kopf, die ich natürlich erst mit dem Kabinett besprechen muss.“ Das sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Montag in München.

München - Die Staatsregierung wird nach dem Milliardendesaster der BayernLB in Österreich über personelle Konsequenzen in der Bank diskutieren.

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“Das werden wir besprechen“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Montag in München. Ob damit Bankchef Michael Kemmer gemeint ist, ließ Seehofer offen, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass das Debakel nicht ohne Folgen im Bankvorstand bleiben soll. “Ich habe personelle Konsequenzen im Kopf, die ich natürlich erst mit dem Kabinett besprechen muss.“ Diese Konsequenzen bezögen sich vor allem auf den Bereich, in dem der Freistaat als Eigentümer der BayernLB entscheidet. Der Kauf der Kärntner Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB kostete die Steuerzahler des Freistaats gut 3,7 Milliarden Euro. Die BayernLB hatte die Bank 2007 für 1,7 Milliarden Euro gekauft. Jetzt gibt Bayern die Bank für den symbolischen Betrag von 1 Euro ab - und zahlt zusätzlich noch 825 Millionen Euro in Form erlassener Schulden. Ebenfalls verloren sind mehr als 1,1 Milliarden Euro Kapitalerhöhungen, die die BayernLB in die Hypo Alpe Adria gesteckt hatte. “Dieses Ergebnis ist schmerzlich, aber es ist angesichts der gesamten Umstände unvermeidlich“, sagte Seehofer.

Denn ansonsten wären nach Angaben Seehofers die Verluste Bayerns mehr als doppelt so hoch ausgefallen. “Das Funding (Kredite der BayernLB an die Hypo) von fast vier Milliarden Euro wäre bei einer Insolvenz vollständig verloren gewesen.“ Für die Finanzmärkte hätte eine Hypo-Pleite erhebliche Konsequenzen gehabt, wie Seehofer sagte. Er habe über die Lage auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und der Bundesbank gesprochen.

dpa

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