Berliner S-Bahn-Chaos kostet Bahn 700 Millionen

Berlin - Das S-Bahn-Chaos in Berlin wird die Konzernmutter Deutsche Bahn bis einschließlich 2014 rund 700 Millionen Euro zusätzlich kosten. Bereits jetzt beliefen sich die Kosten auf 300 Millionen Euro.

Das sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Montag vor dem Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Zu einer möglichen Entschädigung der S-Bahn-Kunden will sich der Konzern erst Ende Januar äußern. Darüber hinaus entschuldigte sich der Manager bei den Kunden der Berliner S-Bahn für die anhaltenden Ausnahmezustände. Das Zusammentreffen des härtesten Winters seit 41 Jahren und technische Probleme hätten zu dieser “extremen Anspannung“ geführt. Die S-Bahn der Bundeshauptstadt bietet bereits seit Sommer 2009 infolge von Wartungsmängeln nur einen eingeschränkten Verkehr an. Auch in den vergangenen zwei Winterperioden hatte das Unternehmen mit zahlreichen Ausfällen und Verspätungen zu kämpfen.

Das Thema “Sicherstellung des S-Bahn-Betriebs und Verantwortung der Deutschen Bahn AG“ war auf Beschluss aller Fraktionen auf die Tagesordnung gesetzt worden. Ein Antrag der FDP forderte die fristlose Kündigung des S-Bahn-Vertrages zwischen dem Land Berlin und der S-Bahn-GmbH. Gemeinsam mit dem für das Tochterunternehmen zuständigen Manager Peter Buchner und dem Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg nahm Grube am Montag vor dem Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses Stellung. Ebenfalls gehört wurde der Konzernbevollmächtigte der DB AG in Berlin, Ingulf Leuschel. Die Bahn-Spitze muss sich wiederholt den Fragen des Ausschusses zu den Problemen stellen. Der Ausschussvorsitzende Thomas Flierl (Linke) sprach von einer “historisch einzigartigen Situation“.

dapd

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