Währung im Sturzflug

Brexit: Britisches Pfund stürzt wegen EU-Austritt ab

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Wegen des zu erwartenden EU-Austritts ist das britische Pfund abgestürzt.

London - Die Briten haben offenbar für einen Brexit gestimmt. Wegen des zu erwartenden EU-Austritts ist das britische Pfund abgestürzt.

  • Alle aktuellen Hochrechnungen, Ergebnisse und Reaktionen zur Brexit-Entscheidung finden Sie hier in unserem Live-Ticker.
  • Die Briten haben mehreren nationalen Sendern zufolge bei ihrem Referendum für den Ausstieg aus der EU gestimmt: Nach Auszählung von über 93 Prozent der 382 Wahlbezirke lag das Brexit-Lager am Freitagmorgen nach offiziellen Angaben mit 51,8 Prozent vorne.
  • In Tokio rauschte der Leitindex Nikkei am Donnerstag um mehr als acht Prozent in die Tiefe; das Pfund rutschte auf 1,33 Dollar ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit 1985.

    Brexit-Ergebnis: Absehbarer EU-Austritt schickt Pfund auf Talfahrt

    Der sich abzeichnende Brexit hat die Finanzmärkte am Freitagmorgen heftig durchgeschüttelt. Vor allem auf dem Devisenmarkt sorgte der sich abzeichnende Sieg des Austritt-Lagers für heftige Turbulenzen. Das britische Pfund rutschte auf den tiefsten Stand seit 1985 ab und der Euro gab deutlich nach.

An den Aktienmärkten in Asien ging es stark nach unten. In Europa werden ebenfalls heftige Verluste erwartet. So wird der Dax mit einem deutlichen Abschlag von mehr als 6 Prozent erwartet. Wegen der Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts aus Großbritannien verbilligte sich das Öl. Gesucht waren dagegen sichere Häfen wie Gold und Staatsanleihen.

Da sich viele Marktteilnehmer in den vergangenen Handelstagen auf einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union eingerichtet hatten, waren die Ausschläge ungewöhnlich hoch. Doch das Wähler-Votum fiel anders aus. Vor der Eröffnung der europäischen Märkte lag das Brexit-Lager mehr als eine Million Stimmen vor den EU-Befürwortern.

Dies sorgt vor allem beim Pfund für einen Ausverkauf. Die britische Währung fiel unter 1,33 Dollar und war damit rund elf Prozent billiger als am frühen Morgen, als das Pfund zeitweise noch etwas mehr als 1,50 Dollar gekostet hatte. Damit dürfte die britische Währung noch mehr verlieren als am 16. September 1992, als Großbritannien am 16. September nach massiven Verkäufen großer Investoren das Europäische Währungssystem (EWS) verlassen musste.

Wegen Brexit: Auch Euro unter Druck

Auch der Euro stand stark unter Druck. Am frühen Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,0978 Dollar fast fünf Cent weniger als noch wenige Stunden davor, als die Hoffnung auf einen Verbleib Großbritanniens noch überwogen hatte. Experten rechnen im Handelsverlauf mit weiter starken Bewegungen.

Ebenfalls heftige Ausschläge gab es an den Aktienmärkten in Asien. Der Nikkei-Index in Tokio rutschte bis 13 Uhr (Ortszeit) um mehr als sieben Prozent auf 15 121 Punkte ab. Angst vor einem Brexit sorgte auch an den Märkten in Australien für Turbulenzen, wo der S&P/ASX 200-Index mit 5092 Punkten 3,6 Prozent schwächer notierte.

Die Börsen in London werden aktuell mit einem Abschlag von 8 Prozent erwartet. Dabei dürften vor allem die Großbanken unter die Räder kommen - so verloren die in Hongkong notierten Großbanken HSBC und Standard Chartered zweistellig.

In Deutschland dürfte der Dax mit einem deutlichen Abschlag eröffnen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex Dax zweieinhalb Stunden vor Handelsbeginn bei 9565 Punkten und damit um 6,75 Prozent oder annähernd 700 Punkten unter seinem Schlussstand vom Vortag. „Alle sind falsch positioniert“, sagte ein Börsianer am frühen Morgen. „Keiner hat damit gerechnet, dass die Briten wirklich austreten. Jetzt gibt es immensen Absicherungsbedarf.“

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