Bundesarbeitsgericht zieht Bilanz

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Jährlich landen Tausende Fälle zu Arbeitsrechts-Streitigkeiten bei der letzten Instan, dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Dort wird nun Bilanz der Verfahren aus dem letzten Jahr gezogen. Foto: Sebastian Kahnert/Symbolbild

Erfurt (dpa) - Gerichtspräsidentin Ingrid Schmidt zieht heute eine Bilanz der Verfahren am Bundesarbeitsgericht 2015. Jährlich landen Tausende Fälle bei der letzten Instanz.

Die Entscheidungen der Bundesrichter beispielsweise zum Streik- oder Tarifrecht, zu Leiharbeit oder befristeten Arbeitsverträgen haben oft Auswirkungen auf viele Arbeitnehmer. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Verfahren zurückgegangen. 2014 waren es noch mehr als 2300 neue gewesen, in einem Viertel davon ging es um Kündigungen und Arbeitsverhältnisse mit zeitlicher Befristung.

Nach Aussage von Arbeitsrichtern werden Rechtsstreitigkeiten in der Arbeitswelt zunehmend schwieriger. "Die Verfahren nehmen immer mehr an Komplexität zu", sagte der Vorsitzende des Bundes der Richterinnen und Richter der Arbeitsgerichtsbarkeit (BRA), Christoph Tillmanns, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zwar sei die Zahl der Rechtsstreitigkeiten wegen der besseren Wirtschaftslage zurückgegangen. Dies führe aber nicht zu einer entsprechenden Arbeitserleichterung. "Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht werden erbitterter geführt", sagte Tillmanns. Grund dafür sei, dass sich immer mehr Anwälte spezialisierten: "Die Fälle werden bis ins letzte Detail aufgebohrt."

So würden Anwälte bei einer Kündigung wegen Krankheit häufig darauf bestehen, mehrere Ärzte zu befragen oder den Betrieb zu begehen. Während es früher häufig eine gütliche Einigung gab, habe sich die Zahl der Urteile in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

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