Anleger sind skeptisch

Candy-Crush-Firma legt schlechten Börsenstart hin

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Bei "Candy Crush“ muss man virtuelle Süßigkeiten in bestimmten Kombinationen vom Bildschirm räumen.

New York - Popularität im Netz ist noch lange kein Garant für Börsenerfolg. Dem Entwickler der Spiele-App „Candy Crush“ schlägt beim Gang Skepsis der Anleger entgegen.

Die Firma hinter dem populären Smartphone-Spiel „Candy Crush“ hat ein holpriges Börsendebüt hingelegt. Der erste Kurs von King Digital Entertainment lag am Mittwoch um 9 Prozent unter dem Ausgabepreis von 20,50 Dollar. Später fiel der Preis zeitweise sogar unter 20 Dollar. Dies gilt an der Börse als schlechtes Omen. So waren Facebooks Aktien kurz nach dem Börsengang vor knapp zwei Jahren auf eine lange Talfahrt gegangen, bevor sie sich schließlich wieder erholten.

Dabei schreibt King Digital Entertainment im Gegensatz zu vielen anderen jungen Internetfirmen satte Gewinne. Im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen 568 Millionen Dollar. Der Umsatz lag bei 1,9 Milliarden Dollar.

Zugpferd ist vor allem die App „Candy Crush“, bei der man virtuelle Süßigkeiten in bestimmten Kombinationen vom Bildschirm räumen muss. Das Spiel hat 97 Millionen Nutzer täglich. Das Geld machen die Entwickler mit In-App-Verkäufen wie zusätzlichen Leben oder nützlichen Artikeln, die in dem Game eingesetzt werden können.

Wenig Interesse bei potenziellen Anlegern

Der Spieleentwickler und die beteiligten Banken überschätzten aber offenkundig das Interesse der Anleger an der Aktie. Ursprünglich hatte King Digital Entertainment bis zu 24 Dollar pro Stück erzielen wollen und gab die Anteilsscheine schließlich zu 22,50 Dollar aus. Damit nahmen das Unternehmen und seine Alteigentümer zunächst rund 500 Millionen Dollar ein.

Insgesamt wurde das Unternehmen zum Ausgabepreis mit rund 7,1 Milliarden Dollar (5,1 Mrd Euro) bewertet. Größter Anteilseigner ist die Investmentgesellschaft Apax, der beinahe die Hälfte aller Anteile gehörten. Sie machte damit trotz der Kursschwäche ein gutes Geschäft - Apax hatte dem Finanzdienstleiter Bloomberg zufolge 2005 knapp 29 Millionen Euro investiert.

Die Firmenführung hielt knapp ein Drittel der Anteile. Auf den 46-jährigen Mitgründer und Chef Riccardo Zacconi alleine entfielen 10,4 Prozent.

Das Geschäft von King ist fast komplett von „Candy Crush“ abhängig. Das Spiel bringt annähernd 80 Prozent der Umsätze herein. Für Anleger kann das ein Risiko sein. Dass Online-Spiele ein wechselhaftes Geschäft sind, hatte bereits die Krise des „Farmville“-Erfinders Zynga demonstriert. Nachdem neue Erfolgstitel ausblieben, liefen die Nutzer davon. Die Zynga-Aktie kostet derzeit mit fünf Dollar nur noch die Hälfte des Ausgabepreises vom Dezember 2011.

Zugleich ist King in einen ungewöhnlichen Streit verwickelt: Die Firma will sich in Europa „Candy“ als Markennamen schützen lassen. Mehrere andere Spieleanbieter wie der „Cut The Rope“-Erfinder Zeptolab wollen sich dagegen wehren.

Der Umsatzschub bei King setzte vor allem im vergangenen Jahr ein: Für 2012 verbuchte King nur einen Erlös von 164 Millionen Dollar und knapp 8 Millionen Dollar Gewinn. Dabei schreibt das Unternehmen schon lange schwarze Zahlen: Den letzten Verlust gab es im zweiten Quartal 2012 mit einem Minus von knapp 2 Millionen Dollar.

dpa

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