BP: Chefwechsel und Rekordverlust erwartet

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Soll bei BP das Ruder übernehmen: Robert Dudley.

London -  Für BP hat eine heiße Woche begonnen. Erwartet werden der Rücktritt von Konzernchef Tony Hayward und die Veröffentlichung eines Riesenverlusts durch die Kosten der Ölpest.

Nach diesen Ereignissen soll bei  BP eine neue Ära beginnen.

Der Ölkonzern BP kämpft um sein Überleben als unabhängiger Weltkonzern. Alles deutete am Montag darauf hin, dass Konzernchef Tony Hayward zügig abgelöst werden sollte. Nach Berichten britischer Medien war es beschlossene Sache, dass der Amerikaner Bob Dudley sein Nachfolger wird.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

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Aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird BP am Dienstag möglicherweise den größten Verlust der britischen Unternehmensgeschichte bekanntgeben. Falls die zugesagten 20 Milliarden Dollar (16 Mrd Euro) für Schadenersatz in die Halbjahresbilanz einfließen, rechnen Analysten mit einem entsprechenden Rekordverlust.

Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit soll sich nach Zeitungsberichten auf etwa fünf Milliarden Dollar für das zweite Quartal belaufen. Analysten bezeichnen dies als sehr anständig, doch das Interesse richtet sich angesichts der immensen Kosten vor allem auf die neue Führung und deren Strategie für BPs Überleben.

Der voraussichtliche neue BP-Chef Dudley ist ein Amerikaner aus dem von der Ölpest betroffenen Staat Mississippi und spricht mit Südstaatenakzent. Dies könnte ihm in in den USA zugutekommen. Der Wechsel an der Spitze sollte anscheinend am Montagabend vom Aufsichtsrat beschlossen werden. Schon am Vormittag hatte sich die gesamte Konzernspitze in der Londoner Zentrale versammelt.

In den vergangenen Wochen wurde in Großbritannien auch über die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden Carl-Henric Svanberg diskutiert. Ebenso wie Hayward waren dem Schweden ungeschickte Äußerungen über die Ölkatastrophe vorgeworfen worden. Nach Informationen der “Financial Times“ bleibt er jedoch vorerst im Amt, weil der Aufsichtsrat es für zu riskant hält, beide Spitzenmanager auf einmal auszutauschen.

Der erwartete Rücktritt Haywards bescherte BP am Montag keine positiven Schlagzeilen in der britischen Presse. Die Zeitungen prangerten vielmehr die Abfindung von wohl weit über zehn Millionen Euro an, die der scheidende Chef ausgehandelt haben soll. Analysten aus der Wirtschaft sagten dagegen, der Aufsichtsrat habe gar keine andere Wahl gehabt, als ihm eine solche Summe zu gewähren. Ein anderes Vorgehen wäre nur denkbar gewesen, wenn Hayward dem Konzern fahrlässig oder aus bösem Willen geschadet hätte. Niemand bestreite aber, dass er sein Bestes gegeben habe.

dpa

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