Commerzbank spart: 1800 Jobs weg

Frankfurt/Main - Die Commerzbank setzt im Privatkundengeschäft den Rotstift an. Jede siebte Stelle steht auf der Kippe. Der Sparkurs und eine Neuausrichtung der Filialen sollen die Sparte auf Kurs bringen.

Die Commerzbank streicht in ihrem schwächelnden Privatkundengeschäft 1800 Vollzeitstellen. Bis 2015 soll nach einem Beschluss des Vorstands somit etwa jede siebte der derzeit rund 13 000 Stellen in dem Bereich gestrichen werden. Die Bank werde „alles tun, um betriebsbedingte Beendigungskündigungen weitestgehend zu vermeiden“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten „Grundsatzerklärung“ des Vorstands.

Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den Sparkurs laufen. „Ich hoffe, dass wir mit den 1800 hinkommen werden“, sagte Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsratsvize Uwe Tschäge der Nachrichtenagentur dpa. Im Raum stand zunächst eine Zahl von 3400 Stellen, die im Privatkundengeschäft auf der Kippe stehen könnten.

Die deutsche Nummer zwei hatte Ende Januar angekündigt, bis zum Jahr 2016 insgesamt 4000 bis 6000 Vollzeitstellen streichen zu wollen. Bekannt ist bislang, dass darunter etwa 500 Vollzeitstellen bei der früheren Eurohypo sind - jener Problemtochter, die auf Druck aus Brüssel größtenteils abgewickelt wird. Die Commerzbank insgesamt beschäftigte nach letzten Angaben weltweit gut 56 000 Mitarbeiter.

Im Privatkundengeschäft verdiente der Dax-Konzern zuletzt kaum Geld. Der Vorsteuergewinn in der Sparte schmolz im Schlussquartal 2012 auf 30 (Vorjahreszeitraum: 140) Millionen Euro - der niedrigste Wert seit Jahresende 2010. Im Gesamtjahr 2012 halbierte sich der Vorsteuergewinn in der Sparte fast: auf 245 (476) Millionen Euro. „Ich habe schon Bedenken, dass wir es schaffen, das Geschäft zu steigern, wenn uns 1800 Kollegen im Vertrieb fehlen“, sagte Tschäge.

Weitere Einschnitte schloss der Vorstand nicht aus: „Die Bank wird sich Ende 2014 gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern zusammensetzen, um auf der Grundlage der bis zu diesem Zeitpunkt erreichten strategischen Wachstumsziele über gegebenenfalls notwendige weitergehende Maßnahmen Gespräche aufzunehmen.“

Zum Thema betriebsbedingte Kündigungen formulierte das Management eine Bedingung: „Die Bank wird bis zum 31. Dezember 2014 keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen gegenüber dem deutschen Kündigungsschutz unterliegenden Mitarbeitern aussprechen, sofern bis zum 31. Dezember 2013 ein Abbau von 600 Vollzeitkapazitäten in der AG Inland erreicht wurde.“ Tschäge nannte dies einen „Schritt in die richtige Richtung“, es sei jedoch bedauerlich, dass sich der Arbeitgeber nicht zu einem bedingungslosen Kündigungsschutz habe durchringen können.

dpa

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