"Davidoff"-Hersteller zahlt Millionen an EU

Brüssel - Als vierter großer Zigarettenhersteller zahlt nun auch der britische Tabakkonzern Imperial Tobacco einen hohen Millionenbetrag an die EU. Damit sagt er Schmugglern den Kampf an.

Das Geld werde im Kampf gegen den Schmuggel und die Fälschung von Zigaretten eingesetzt, kündigte die EU-Kommission am Montag nach Unterzeichnung der Vereinbarung in Brüssel an.

Imperial Tobacco (Davidoff, West, Gauloises Blondes) wird in den nächsten 20 Jahren rund 200 Millionen Euro überweisen, wie EU-Betrugskommissar Algirdas Semeta berichtete. Auch Deutschland profitiert anteilig von den Zahlungen.

Bereits zuvor hatte die EU-Kommission mit den anderen drei Großen der Branche - Philip Morris, Japan Tobacco und British American Tobacco (BAT/London) - ähnliche Abkommen abgeschlossen. Die höchste Summe zahlt Philip Morris International mit einer Milliarde Euro. 2002 hatte die EU gegen den Marlboro-Hersteller Philip Morris geklagt. Sie warf dem Konzern vor, den Schmuggel durch eine weit über dem Verbrauch liegende Belieferung der Märkte Osteuropas zu fördern. Im Jahr 2004 wurde der Streit außergerichtlich beigelegt.

“Nach Schätzungen führen Fälschungen und Schmuggel von Tabakwaren jedes Jahr in der EU und den Mitgliedsstaaten zu Steuerausfällen in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro“, sagte EU-Kommissar Semeta. 75 Milliarden Zigaretten gelangen europaweit jährlich am Fiskus vorbei an die Raucher. Der Anteil des illegalen Handels am Gesamtmarkt liegt nach Branchenangaben bei knapp einem Achtel. Die meisten der geschmuggelten Zigaretten in der EU stammten aus Russland und der Ukraine.

dpa

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