Anleger nehmen nach Dax-Rekordlauf Gewinne mit

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Der operative Gewinn (Ebit) der 30 Dax-Konzerne schrumpfte im zweiten Vierteljahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Foto: Frank Rumpenhorst

Zuletzt hatte der Dax immer noch Höchststände fürs Jahr markiert und damit den trüben Jahresbeginn vergessen gemacht. Manchem Anleger wird es nun aber zu gefährlich - und er steigt aus.

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger nach dem zuletzt guten Lauf Kasse gemacht. Gute Konjunkturdaten hatten den Leitindex Dax nur kurz beflügelt. Am frühen Nachmittag stand ein Minus von 0,72 Prozent auf 10 661,89 Punkte zu Buche.

Der Dax war jüngst von Rekord zu Rekord geeilt und hatte ein Jahreshoch nach dem anderen erreicht. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer sogar seinen bisherigen Jahresverlust wettgemacht, den es seit dem verpatzten ersten Handelstag 2016 vor sich her schleppte.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen fiel zuletzt um 0,69 Prozent auf 21 700,36 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,94 Prozent auf 1730,39 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte rund 1 Prozent ein.

Für Zuversicht hatte am Vormittag zunächst die Meldung gesorgt, dass sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im August etwas von ihrem scharfen Einbruch im Vormonat erholt hatten. "Die deutsche Wirtschaft ist widerstandsfähig, doch politische Unsicherheiten sind nicht vom Tisch", erklärte Marktanalyst Niall Delventhal von DailyFX.

Unangefochtener Spitzenreiter im Dax waren die Aktien von Linde mit einem Sprung von gut 9 Prozent. Der Industriegase-Spezialist lotet ein Zusammengehen mit seinem US-Konkurrenten Praxair aus. Angestrebt werde eine Fusion unter Gleichen, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Finanzkreisen.

Am Index-Ende sackten die Papiere von Leoni um rund 4,5 Prozent ab. Der Autozulieferer teilte mit, dass er Opfer krimineller Aktivitäten geworden sei. In deren Folge seien Gelder des Unternehmens auf Zielkonten im Ausland transferiert worden. Der Schaden belaufe sich auf einen Abfluss an liquiden Mitteln von insgesamt rund 40 Millionen Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,24 Prozent am Vortag auf minus 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 144,28 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,11 Prozent auf 167,45 Punkte zu. Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1281 US-Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,8864 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1180 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8945 Euro gekostet.

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