8206 Punkte in der Spitze

Dax steigt auf Rekordhoch

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Immer nach Oben: Der DAX

Frankfurt am Main - Der Dax kennt derzeit nur eine Richtung: aufwärts. Nun knackte das wichtigste deutsche Börsenbarometer den nächsten Rekord. Der Index stieg auf den höchsten Wert seiner Geschichte.

Die Rekordjagd des Dax hält an: Der wichtigste deutsche Börsenindex ist am Dienstag auf den höchsten Stand seiner fast 25-jährigen Geschichte geklettert. Der Leitindex übersprang sein bisheriges Allzeithoch von 8151,57 Punkten vom 13. Juli 2007 und stieg in der Spitze auf 8206 Punkte. Zum Handelsende stand er mit plus 0,86 Prozent bei 8181,78 Punkten. Damit steht auch auf Schlusskursbasis ein Rekord zu Buche.

Erst am vergangenen Freitag hatte der Dax mit 8122,29 Punkten einen neuen höchsten Schlusskurs verzeichnet. Hintergrund war auch eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB hatte in der vergangenen Woche den schon extrem niedrigen Leitzins im Euroraum nochmals um 25 Basispunkte auf 0,5 Prozent zurückgenommen. Das soll Unternehmen motivieren, günstig neue Kredite aufzunehmen und zu investieren. Das wird als positiv für die Gewinnerwartungen und damit die Börsenkurse gesehen. Der Dax bildet die Kursentwicklung der 30 wichtigsten deutschen Aktienwerte ab.

Der MDax, der bereits seit geraumer Zeit immer wieder neue Spitzenwerte erklimmt, stieg am Dienstag um 0,68 Prozent auf 13 788,20 Punkte. Der TecDax gewann 0,35 Prozent auf 935,92 Punkte.

Börsianer begründen die gute Entwicklung des Aktienmarktes insbesondere mit der expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Mit Blick darauf sieht Börsenexperte Oliver Roth von Close Brothers Seydler die Märkte gut gerüstet für weitere Rekordmarken. Spannend wird nun, ob sich der Dax nachhaltig vom eroberten Hoch absetzen kann. Einige Experten warnen vor einem Rückschlag. Die Mehrheit sieht aber gute Chancen für eine Fortsetzung der Rally.

Die Stimmung an den Börsen war am Dienstag weltweit positiv. In Tokio schloss der japanische Leitindex Nikkei 225 erstmals seit knapp fünf Jahren über der Marke von 14.000 Punkte. In den USA setzte der Dow Jones Industrial seine Rekordjagd fort und erklomm im frühen Handel erneut ein Hoch. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag mit plus 0,67 Prozent auf 2769,08 Punkte auf einem Jahreshoch. Der Cac 40 in Paris und der Londoner FTSE 100 legten ähnlich zu.

Im Dax überzeugten die Allianz und die Commerzbank mit ihren Zahlen zum ersten Quartal. Die Anleger honorierten die Entwicklung mit einem Aufschlag von 3,56 Prozent beziehungsweise 2,59 Prozent. Der Versicherer glänzte mit einem Gewinnsprung, während die Commerzbank sich besser schlug als von Analysten erwartet. Zu den wenigen Verlieren im deutschen Leitindex zählten die Anteilsscheine von Daimler. Nach einem negativen Analystenkommentar fielen sie um 0,46 Prozent.

Ein regelrechte Zahlenflut gab es im MDax. Hervor stachen die Papiere von Stada mit plus 9,10 Prozent sowie Hochtief-Titel mit einem Aufschlag von 5,86 Prozent. Die Aktien des Baukonzerns profitierten von der Veräußerung des Flughafengeschäfts, nachdem Hochtief jahrelang nach einem Käufer gesucht hatte. Der Arzneimittelhersteller Stada hatte den Gewinn im ersten Quartal dank der florierenden Geschäfte in Osteuropa gesteigert.

Die Titel von Gildemeister sanken nach einem verhaltenen Jahresauftakt um 2,17 Prozent. ProSiebenSat.1 hatte den Gewinn in den ersten drei Monates des Jahres zwar gesteigert, die Aktien gaben dennoch als MDax-Schlusslicht um 3,28 Prozent nach. Die soliden Kennziffern des Medienkonzerns sind einem Analysten zufolge bereits in der hohen Aktienbewertung berücksichtigt.

Wer ist im DAX?

Wer ist im DAX?

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,03 Prozent am Montag auf 1,05 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 135,38 Punkte. Der Bund Future sank um 0,38 Prozent auf 145,48 Punkte. Der Referenzkurs des Euro wurde am Dienstag nicht verändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihn wie am Montag auf 1,3107 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7630 Euro.

dpa

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