Teure Panne

Deutsche Bank überweist versehentlich Milliarden

Berlin - Das war wohl ein bisschen viel: Umgerechnet 5,3 Milliarden Euro soll ein Mitarbeiter der Deutschen Bank versehentlich an einen US-Kunden überwiesen haben. Der Grund für die Panne ist kurios:

Das Geld ging an einen Hedgefonds in den USA, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf informierte Kreise berichtete. Hintergrund der Panne im Juni war dem Bericht zufolge, dass der Bankmitarbeiter brutto und netto verwechselte. Der Mann war demnach noch verhältnismäßig unerfahren und arbeitete in der Abteilung für Devisenhandel. 

Die "Financial Times" berichtet hingegen, der Mitarbeiter habe schlichtweg zu viele Nullen eingetippt - ein sogenannter "Fat-Finger-Fehler". Demnach soll der Vorgesetzte des Unglücksraben im Urlaub gewesen sein. 

Der Irrtum wurde allerdings schnell bemerkt: Schon einen Tag später sei die Summe zurückgebucht worden. Bei Geschäften mit Hedgefonds sammelten Banken in der Regel die verschiedenen Transaktionen eines Tages und überwiesen das Geld am Ende des Handelstages, schrieb das Blatt.

Die Panne werfe allerdings die Frage auf, warum das Vier-Augen-Prinzip in dem Fall nicht gegriffen habe. Jedes Geschäft müsse von einem Mitarbeiter gegengeprüft werden. Zwar seien solche Fehler überraschend gängig, allerdings sei das Volumen außergewöhnlich, zitierte das Blatt zwei Branchenkenner. Das Geldhaus wollte den Bericht am Dienstag nicht kommentieren.

Der neue Deutsche-Bank-Co-Chef John Cryan krempelt den Konzern derzeit komplett um, nachdem zahlreiche Skandale wie Zinsmanipulationen und fragwürdige Hypothekengeschäfte in der Vergangenheit den Ruf der Bank beschädigt hatten. Die Milliarden-Panne dürfte deren Vertrauen in das Institut allerdings nicht unbedingt stärken.

afp/dpa

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