Deutsche Börse mit drastischem Ergebnisrückgang

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Die Deutsche Börse hat die niedrigen Erwartungen des Marktes in allen wichtigen Kennziffern enttäuscht.

Frankfurt/Main - Die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten hat der Deutschen Börse ein weiteres Quartal verhagelt. Die bereits niedrigen Erwartungen wurden in allen wichtigen Kennziffern enttäuscht.

Die Marktteilnehmer hielten sich auch im zweiten Jahresviertel beim Handel mit Wertpapieren und Derivaten spürbar zurück, so dass Umsatz, operatives Ergebnis und Überschuss auf das Niveau der 2006er Quartale zurückgingen. Die bereits niedrigen Erwartungen des Marktes wurden in allen wichtigen Kennziffern enttäuscht. Aktienrückkäufe, so teilte die Deutsche Börse am Dienstagabend nach Börsenschluss in Frankfurt zudem mit, werde es derzeit wegen der weiter unsicheren Lage an den Finanzmärkten nicht geben.

Die Kostenprognose für das Gesamtjahr wurde aber bestätigt. Trotz erhöhter Investitionen, etwa in das außerbörsliche Clearing von Kreditversicherungen, rechnet der Marktbetreiber weiterhin mit Gesamtkosten auf Vorjahresniveau in Höhe von 1,280 Milliarden Euro. Wegen des Umzugs eines Teils der Mitarbeiter nach Eschborn profitierte die Börse von einer im ersten Halbjahr auf 27 Prozent gesunkenen Steuerquote, mit der sie auch für den weiteren Jahresverlauf rechnet.

Da die Kosten im zweiten Quartal nahezu gleich geblieben waren, drückte dies das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibung (EBITA) besonders stark. Es sank um minus 34 Prozent auf 248,8 Millionen Euro im Vergleich zum zweiten Quartal 2008. Außerdem schlugen die deutlich niedrigeren Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft auf das operative Ergebnis durch. Aufgrund des weltweit niedrigen kurzfristigen Zinsniveaus brachen sie um mehr als die Hälfte ein auf 25,9 Millionen Euro.

Mit Blick auf die einzelnen Sparten verzeichnete erneut die Aktienmarktsparte Xetra die größten Einbußen bei Umsatz und EBITA. Während der Umsatz um fast ein Drittel auf 63,1 Millionen Euro sank, brach das EBITA sogar um nahezu die Hälfte ein (26,3 Millionen Euro). Dagegen enttäuschte vor allem die stärkste Sparte der Deutschen Börse den Markt. Die Terminbörse Eurex mit ihrer US-Optionsbörsen- Tochter ISE litt stärker als erwartet unter der gesunkenen Handelsaktivität. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 14 Prozent und das EBITA sogar um 30 Prozent auf 97,5 Millionen Euro. Im Durchschnitt war dagegen ein operatives Ergebnis von 114,3 Millionen Euro erwartet worden.

Keine wesentlichen Überraschungen gab es dagegen bei der Verrechnungs- und Verwahrtochter Clearstream. Das in Luxemburg ansässige Unternehmen meldete einen Umsatzrückgang von fünf Prozent. Das EBITA sank zugleich um 30 Prozent.

dpa

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