Deutschland muss weniger Schulden aufnehmen

Berlin - Deutschland wird in diesem Jahr deutlich weniger neue Schulden aufnehmen müssen als noch im Bundeshaushalt mit 80,2 Milliarden Euro veranschlagt.

“Die Erwartung, dass die geplante Nettokreditaufnahme deutlich unterschritten werden wird, verfestigt sich weiter“, erklärte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in seinem jüngsten Monatsbericht in Berlin. Nach jetziger Einschätzung erscheine hinsichtlich der Neuverschuldung am Jahresende ein Ergebnis zwischen 50 bis 55 Milliarden Euro möglich, betonte das Ministerium. Ende September habe der Finanzierungssaldo 49,4 Milliarden Euro betragen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits am Mittwoch gesagt, die Neuverschuldung werde dieses Jahr “vielleicht etwas mehr als 50“ Milliarden Euro ausmachen. “Die wirtschaftliche Lage in Deutschland entwickelt sich deutlich besser als noch im Frühjahr prognostiziert“, betonte der Staatssekretär im Finanzministerium Hans Bernhard Beus, in dem Monatsbericht.

Nach der aktuellen Maastricht-Meldung, die zum 1. Oktober an die Europäische Kommission übersandt worden sei, werde sich das gesamtstaatliche Defizit von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im vergangenen Jahr auf voraussichtlich 4,0 Prozent des BIP in diesem Jahr erhöhen. Die Bundesregierung will an diesem Donnerstag ihre neue Wachstumsprognose bekanntgeben. Das Ministerium erklärte, der Aufschwung in Deutschland habe sich in den Sommermonaten fortgesetzt, “allerdings mit erheblich geringerem Wachstumstempo“.

Dennoch dürfte die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Deutschland voraussichtlich auch im dritten Quartal maßgeblich von der Entwicklung im Produzierenden Gewerbe getragen worden sein, die wiederum positiv auf die unternehmensnahen Dienstleistungsbereiche ausgestrahlt haben dürfte. Nach verhaltenem Einstieg in das dritte Quartal habe sich die Wirtschaftstätigkeit in der Industrie zuletzt wieder deutlich erhöht. Die Dynamik sei aber viel niedriger als im Frühjahr.

dapd

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