Einzelhandel büßt 2009 kräftig Umsatz ein

Wiesbaden - Auch das Weihnachtgeschäft hat den deutschen Einzelhandel 2009 nicht vor herben Umsatzeinbußen bewahrt. Einen ähnlichen Einbruch gab es zuletzt im Jahr 2002.

Der deutsche Einzelhandel hat im Krisenjahr 2009 den stärksten Umsatzrückgang seit 2002 verzeichnet. Real setzte die Branche 1,8 Prozent weniger um als im Vorjahr. Nominal, das heißt zu aktuellen Preisen, lag das Minus bei 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Einen stärkeren Rückgang hatte es zuletzt im Jahr der Euro-Einführung 2002 mit einem Minus von nominal 2,2 und von real 2,6 Prozent gegeben.

Der Rückgang im vergangenen Jahr fiel allerdings etwas milder aus als ursprünglich geschätzt: Anfang des Jahres war die Behörde noch von einem Umsatzrückgang um real 1,9 bis 2,0 Prozent und nominal 2,5 bis 2,7 Prozent ausgegangen. Negative Veränderungsraten gab es beim Jahresumsatz des Einzelhandels den Statistikern zufolge zuletzt im Jahr 2007.

Minus im Weihnachtsgeschäft

Ein deutliches Minus gab es auch in dem für die Branche wichtigen Weihnachtsgeschäft. Der Umsatz verringerte sich im Dezember nach vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vorjahr nominal um 1,8 und real um 2,5 Prozent. Im Vergleich zum November setzte die Branche allerdings jeweils 0,8 Prozent mehr um.

Den stärksten Rückgang binnen Jahresfrist musste im Dezember der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln hinnehmen. Dort sanken die Umsätze real und nominal um jeweils mehr als 4 Prozent. Ingesamt setzte der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren nominal 1,1 Prozent und real 0,5 Prozent weniger um.

Der Einzelhandel mit Nichtlebensmitteln insgesamt verzeichnete einen Rückgang um nominal 2,3 und real 3,3 Prozent. Nach Einschätzung von Branchenexperten der Commerzbank dürfte sich der Einzelhandel auch in den kommenden Monaten nicht wesentlich besser entwickeln als 2009.

dpa

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