E.ON will sich Energiewende bezahlen lassen

Düsseldorf - Deutschlands größter Energieversorger E.ON will sich die Energiewende bezahlen lassen. Der Manager betonte, dies sei keine Drohung, sondern der Ruf nach fairer Behandlung aller Akteure.

Konzernchef Johannes Teyssen sagte dem “Energie Informationsdienst“: “Ein vorgezogenes Abschalten (von Atomkraftwerken, Red.) geht nicht ohne Beseitigung aller im letzten Jahr eingeführten neuen Lasten und ohne faire Kompensation zusätzlicher Sonderlasten.“ Schließlich seien es die Ersparnisse von Millionen Sparern, Rentnern und Geldanlegern, die über E.ON in die deutsche Energiepolitik investiert worden seien.

Teyssen warnte allerdings gleichzeitig vor übereilten Schritten in Sachen Atomausstieg. Die meisten derzeit diskutierten Jahreszahlen seien “einigermaßen wenig durchdacht“ - sowohl mit Blick auf die Kosten als auch auf den Klimaschutz. E.ON sei aber zum Diskurs über alle Alternativen bereit. Mit Fairness, Vernunft und Augenmaß könne ein schneller Umbau gelingen, betonte der Manager. Doch dürfe man den Konzern auch nicht überfordern. “Wer uns zwingt, Kraftwerke früher als in allen bis dahin diskutierten Szenarien abzuschalten, der darf die Kernenergie nicht auch noch zusätzlich belasten und gänzlich unwirtschaftlich machen.“

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers prüft E.ON nach wie vor auch eine Klage gegen die Brennelementesteuer. Der Düsseldorfer Energieriese steht bei seiner Entscheidung bislang aber noch nicht unter Zeitdruck. Erst wenn das seit Ende März wegen Wartungsarbeiten vom Netz genommene Atomkraftwerk im bayerischen Grafenrheinfeld - voraussichtlich im Juni - mit neuen Brennelementen wieder angefahren wird, würde die neue Steuer fällig. Nach Unternehmensangaben soll E.ON in diesem Jahr knapp eine Milliarde Euro an Brennelementesteuer zahlen. Bei dem von der Bundesregierung verhängten Atommoratorium hatte E.ON im Gegensatz zum Konkurrenten RWE auf eine Klage gegen die Abschaltung der sieben ältesten deutschen Reaktoren verzichtet.

dapd

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